Das normannische Landleben hat neben seinen absolut charmanten Vorzügen auch den ein oder anderen Nachteil. Wenn man nicht bereit ist, viele Kilometer hin und herzufahren, dann kann die medizinische Versorgung zu einer echten Herausforderung werden. Gute Freundin musste schweren Herzens ihr Häuschen mitten im normannischen Landwald aufgeben und nach Rouen ziehen, als ihr Mann vor ein paar Jahren ernste gesundheitliche Probleme bekam.
Große Tochter leidet seit ein paar Monaten an einem allergischen Hautauschlag und Reizende Hautärztin überwies sie zum Allergologen ins dreißig Kilometer entfernte Bernay.
Den gibt es in unserem Städtchen nämlich nicht.
Der einzige Kinderarzt ist übrigens auch schon vor Jahren in den Süden gezogen und hat keinen Nachfolger für das Landleben begeistern können. Meine Kinder sind groß und müssen zu keinem Kinderarzt mehr, aber all die jungen Mütter mit Babies und Kleinkindern drängen sich nun in den Wartezimmern der Hausärzte. Selbst der Terminkalender von Reizende Hausärztin wird immer länger und man tut gut daran, zwei Wochen vor dem Krank-werden einen Termin mit ihr zu vereinbaren.
Eigentlich hätte uns Reizende Hausärztin erst zu dem einzigen Hautarzt in Pont Audemer überweisen müssen. Doch wir konnten sie davon überzeugen, dass wir uns, und der hoffnungslos überschuldeten Sécurité Sociale, diese Etappe sparen könnten und fuhren nun gestern nach Bernay.
Auch eine Methode die Normandie näher kennen zu lernen.
Um den Allergologen zu finden, parkten wir das Auto am Bahnhof, der übrigens eine Art Umschlagplatz für alle Paris Reisenden ist, und liefen einmal quer durch die Stadt. Bernayist definitiv einen Abstecher wert.
Die kleine Stadt mit ihren 11000 Einwohnern ist ein Paradebeispiel der normannischen Bauweise und Lebensphilosophie. Ich gehe immer wieder gerne durch die schmalen Seitenstraßen und bewundere die großen, schmiedeeisernen Eingangstore, hinter denen sich gutbürgerliche Prachtbauten aus vergangen Jahrhunderten, umgeben von ebenso alten, riesigen Bäumen in behäbiger Sicherheit wiegen. Edith Piaf, die berühmte französische Sängerin, lebte in ihrer Kindheit bei ihrer Großmutter in Bernay
Es ist eine ruhige, elegante kleine Stadt.
Und wäre ich nicht schon in Pont Audemer verliebt, würde ich glatt dort hinziehen.
Ich habe eine ganz liebe Hausärztin.
Sie ist noch eine von der Sorte, wie es sie in den schnulzigen Vorabendserien im Fernsehen gibt.
Landärztin Frau Doktor Sowieso: nett, freundlich, immer ein offenes Ohr, mit genügend Zeit für mich, und sie hat - das ist in meiner kleinen, sehr traditionellen Normandie auch nicht immer selbstverständlich - mit alternativen Heilmethoden kein Problem.
Kritisch wird es für mich immer dann, wenn sie glaubt, mit ihrem Latein am Ende zu sein und mich an einen Spezialisten weiterleitet.
Jetzt mal abgesehen davon, dass sich all die Rheumatologen, Dermatologen, Postologen und sonstige ....olologen im jeweils 30-40 km entfernten Rouen, Lisieux, Deauville oder Le Havre tummeln und dementsprechend meist ein ganzer Tag mit einem einzigen Arztbesuch eingeplant werden muss, kann ich nicht umhin, mich zu fragen, ob sich diese ganze Spezialisiererei wirklich lohnt. Was ich dort in den letzten Jahren an "Hilfe" für meinen Rücken bekommen habe, hätte ich mir das eine oder andere Mal echt sparen können.
Von den ach-so-kompetenten "Spezialolologen" wurde ich gescannt, geröntgt, gecomputertomographiert, massiert, gestreckt, gespritzt und mit Tabletten so voll gepumpt, dass mich die Nebenwirkungen prompt wieder zu einem Spezialisten beförderten, der dann, wie seine Kollegen vor ihm, mich wieder aufs Neue scannte, röntgte und computertomographierte. Auf die Idee , dass die Beipackzettel der Medikamente auch nicht immer der Schluss aller Weisheiten sind und das die ein oder andere Nebenwirkung ganz individuell und unerwartet auftauchen kann, kam der gute Mann erst gar nicht. Ganz im Gegenteil. Was und wie viel ich an Tabletten in mich hinein schluckte, schien er nicht wirklich wissen zu wollen. Ehe ich mich versah, hatte ich wieder eine Überweisung am Hals, die mich durch die Röhre - und das meine ich jetzt wortwörtlich- schauen lies.
Und da fragen sich die Franzosen alle ganz verwundert, warum die "Sécurité Sociale" kurz vor dem Konkurs steht?
Nach 3 Jahren Odyssee hatte ich die Schnauze gestrichen voll und heute lebe ich, mehr oder weniger glücklich, mit meinen Rückenschmerzen. Ich tröste mich mit der Tatsache, dass ich dieses Los mit tausend anderen Mitmenschen teile. Ich weiß, dass mein Rücken der Gradmesser für mein seelisches Gleichgewicht ist.
Wird der Druck zu groß, protestiert er lautstark.
Reduziere ich den Druck, beruhigt sich mein Rücken wieder.
Es gibt Tage da läuft nichts so wie man es sich wünscht.
Man wacht morgens auf, hat einen tollen Plan, stellt sich vor, wie man eben jenen Plan in die Tat umsetzen könnte und wird ziemlich unsanft aus gebremst, weil ein Partner, Kind oder sonst wer eben jenen, ach so superduper Plan gar nicht so superduper findet. Leicht frustriert sucht man sich eine andere Tätigkeit und fängt gerade an, damit anzufangen, als schwupps di wupps wieder jemand kommt und dringend Hilfe mit der Umsetzung seiner superduper Tätigkeit braucht. Kaum ist die Hilfestellung vorbei und man überlegt sich, wie man nun den restlichen Tag nutzbringend einteilt, da passiert wieder etwas Unvorhergesehenes und bis das Unvorhergesehene endlich in die Kategorie „Erledigt“ eingeordnet werden kann, ist der Schwung raus und die Puste weg .
Das sind dann die Tage an den man den ganzen Tag herum rennt, sich abends völlig erschöpft auf die Couch haut und sich fragt, was man denn den ganzen Tag so gemacht hat.
Wenn man Glück hat, geht man schlafen, wacht am nächsten Morgen auf und hat den ganzen Spuk irgendwo in den nächtlichen Traumnebeln hinter sich gelassen. Hat man Pech, wacht man am nächsten Morgen auf und hat den Frust vom Vortag noch nicht ganz abgeschüttelt.
Mein Retter in der Not ist in solchen Fällen immer meine BF.
Wenn ich am Morgen, bei meiner ersten Tasse Kaffee, eine Mail von ihr in meinen virtuellen Briefkasten vorfinde, geht mir das Herzelein auf.
Ganz besonders dann, wenn sie so schreibt wie sie halt manchmal schreibt:
Während ich so vor mich hin sinnierte, habe ich beschlossen, mir mal so richtig leid zu tun. Nicht im Sinne von jammern, nein, sondern im Sinne von: "Ich habe mal richtig Mitleid mit dieser armen, geplagten Mich Person." Das hat alles in allem seeehr gut getan, kann man doch nicht immer alles nur positiv sehen, und so habe ich heute meinen Mitleidstag. Und ich finde, ich habe den verdient!!! Weil: Die Sonne schon wieder nicht scheint. Die Heizung läuft. Mir niemand gesagt hat, was ich mir eigentlich hätte denken können, dass der olle Rotwein Kalorien ohne Ende hat und jetzt Schuld an meinen Röllchen ist. Weil niemand da ist, der mir mal liebevoll die Wäsche abnimmt.
Auf Englisch nennt man das eine Pityparty.
Und Pityparties sind einfach toll.
Sich mal einen Tag lang so richtig im eigenen Mitleid zu suhlen: sich so unendlich Leid zu tun, weil man sich ja soooo unverstanden fühlt, man immer alles alleine machen muss, nie einer da ist, der einem hilft und der einen versteht.
Ich beschließe noch beim Lesen, dass man Feste feiern soll wie sie fallen.
Dank meiner BF bin ich einen Tag lang der special guest auf meiner eigenen Pityparty.
Jetzt ist der Spuk wieder vorbei.
Und mir geht es wieder gut.
das muss ich auf meinem Gute Laune Blog verewigen:
Every single day, no matter who you meet in the day - friends, family, work colleagues, strangers - give joy to them. Give a smile or a compliment or kind words or kind actions, but give joy! Do your best to make sure that every single person you meet has a better day because they saw you. This might sound like it is not connected with you and your life, but believe me it is inseparably connected through cosmic law.
As you give joy to every person you meet, you bring joy to YOU. The more you can give joy to others, the more you will bring the joy back to you.
May the joy be with you,
Rhonda Byrne The Secret... bringing joy to billions
Jeden einzelnen Tag, ganz unwichtig wen Du triffst - Freunde, Familie, Arbeitskollegen, Fremde - schenke ihnen Freude. Ein Lächeln, ein Kompliment, ein nettes Wort, eine freundliche Aktion, egal - schenke Freude.
Gib Dein Bestes und versichere Dich, dass jede einzelne Person einen schöneren Tag hat, nur weil er Dich getroffen hat. Das klingt, als hätte es nichts mit Dir und Deinem Leben zu tun, aber glaube mir, durch das kosmische Gesetz ist alles mit Dir verbunden. Während Du jeder Person, die in Dein Leben tritt, Freude bereitest, schenkst Du diese Freude an Dich zurück. Je mehr Du an andere eine Freude verteilst, um so mehr Freude bekommst Du zurück.
Rhonda Byrne
The Secret
Das unterschreibe ich blind
Einen wunderschönen Tag
Mein Mann und ich wurden in unseren ersten Jahren in Paris in das Jules Verne , dem Restaurant in der zweiten Etage des Eiffelturms, zum Dinner eingeladen. Der Eiffelturm bei Nacht ist spektakulär... aber Paris bei Nacht, vom Eiffelturm selbst, im 360° Grad Rundum-blick durch riesige Panorama-Fenster , ist ein unvergleichbares und unvergessliches Erlebnis.Schon bei der Fahrt im privaten Aufzug des Restaurants mit Liftboy fühlt man sich in vergangene Zeiten versetzt.
Die Bilder dieser Nacht sind in meinem Kopf eingebrannt als wäre es gestern gewesen.
Nun bin ich schon länger auf der Suche nach einem geeigneten Hintergrund, der den Inhalt meines Blogs wieder spiegelt. Und was wäre dazu besser geeignet als die gute alte Eiserne Dame, wie der Eiffelturm auch liebevoll von den Franzosen genannt wird.
Ich bin noch nicht sooo lange bei Blogger, aber ich entdecke immer wieder neue Funktionen.
Mit dem Templatedesigner kann man das Layout ganz individuell gestalten, ohne gleich zum Webmaster mutieren zu müssen und natürlich konnte ich nicht umhin, ein bisschen damit herum zu experimentieren. Und gucke mal da: ich habe ihn gefunden!
Jetzt habe ich endlich den Eiffelturm als Hintergrund!
Vive la France
„Ich sehe aus wie meine eigene Großmutter, nur locker 10 Jahre älter“ beschwere ich mich kürzlich bei Bester Freundin.
BF glaubt mir natürlich kein Wort, da sich meine Stimme am Telefon wohl noch immer recht jugendlich und frisch anhört. Trotz Baujahr 57.
Da war ich allerdings schon einige Stunden wach und hatte mindestens drei Tassen Kaffee intus. Hätte mich BF beim morgendlichen aus dem Bett quälen erlebt, hätte sie mir freiwillig ein Leichentuch zwecks baldiger Benutzung gereicht.
Seit Monaten ist der erste Blick in den Spiegel ein Schock.
Meine Haut ist fahl und trocken. Die Augen trübe und dick geschwollen. Die feine Haut drumherum , bis dahin nur von vereinzelten Lachfältchen markiert, frisch in tausend Furchen gepflügt.
Ein Acker sieht jünger aus.
Die neue Antifalten Creme ist ein Witz und ich ertappe mich immer öfter dabei, über Botox nachzudenken.
Ich bin müde, schlapp, erschlagen. Ich habe das Gefühl, in der Nacht, ohne mein Wissen, einen Marathon gelaufen zu sein. Alles tut weh. Jedes einzelne Gelenk im Körper schmerzt und ich klammere mich an das Waschbecken und frage mich: Wie um alles in der Welt soll ich den Tag überstehen?
Sind das die Wechseljahre? frage ich mich voller Grauen.
Und wenn Ja, wie lange dauert das?
Sorgen die dafür, dass man quasi über Nacht um Jahrzehnte altert?
Wann hatte ich das letzte Mal meine Tage? Ist schon mehr als nur ein Weilchen her.
Ich putze mir lustlos die Zähne und versuche zu retten, was zu retten ist. Viel ist es nicht.
Das Make-up sieht fleckig aus, die Wimperntusche verkleinert die Augen optisch noch mehr.
Ich humpele langsam, ich sage es doch: meine Großmutter ist im Vergleich zu mir ein Frühlingshühnchen, die Treppen herunter, um die Hunde in den Garten zu lassen und das Frühstück vorzubereiten.
Ich habe Angst meinen Kindern unter die Augen zu treten.
Werden sie denken: Gott, die Mami ist aber plötzlich alt geworden!?
Den Tag überstehe ich mehr schlecht als recht. Am liebsten würde ich die nächsten 16 Stunden nichts tun!
Jede Aufgabe, erscheint mir als unüberwindbares Hindernis. Eigentlich müsste ich mit den Hunden spazieren, denn die Waage zeigt unerbittlich an, dass ich schon wieder ein Kilo zugelegt habe.
Sogar meine aller weiteste Hose sitzt prall und fest um mein Hinterteil und stellt Jennifer Lopez‘ serious booty locker in den Schatten.
Aber allein bei dem Gedanken an die schweren Gummistiefel verlässt mich der Mut.
Auch meine Scrapbooking Schüler Freundinnen bemerken, dass ich nicht „en forme“ bin.
Später werden sie mir gestehen, dass sie befürchteten, ich würde bald alles hinschmeißen.
Ich bin kurz davor.
Meine sonst so rege Phantasie, die normalerweise vor Ideen schneller übersprudelt als ich sie verwirklichen kann, liegt völlig brach.
Da es so nicht mehr weitergehen kann, beschließe ich zum Arzt zu gehen.
Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob meine reizende Hausärztin, die mich seit zwanzig Jahren kennt, mit meinen Allerweltssymptomen was anfangen kann:
„Ich bin so müde, dass ich heulen könnte. Mir tut alles weh. Das bin nicht mehr ich“ sind nicht gerade aussagekräftige Hinweise auf eine spezifische Krankheit.
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen
Wenn einer eine Krankheit hat, auch.
Die Zwischenstopps in meinem „Reisebericht“ sind für Nicht-Betroffene extrem uninteressant. Deshalb gleich der Sprung zum Happy End.
Ich werde von meiner Hausärztin an einen super sympathischen, kompetenten Internisten in Lisieux verwiesen, bei dem ich nicht das Gefühl habe, dass ich seine wertvolle Zeit verplempere und er mich im Anschluss von Pontius zu Pilatus schicken wird. Er nimmt sich geschlagene 90 Minuten Zeit für mich und kommt sehr schnell zu dem Schluss: ich bin ein Paradebeispiel für Schilddrüsenunterfunktion
Das kenne ich!
Leidet meine Mutter seit dreißig Jahren recht erfolgreich an dieser Krankheit.
Er verschreibt mir Tabletten, mit denen nun auch ich Bis-das-der-Tod-euch-scheidet „verheiratet“ bin.
Nur zwei Tage später stehe ich in meinem Garten, bewaffnet mit schweren Gummistiefeln, Gartenhandschuhen und Spaten. Ich grabe und grabe und grabe. Der Schweiß rinnt mir von der Stirn in die Augen und die Regenwürmer suchen verschreckt das Weite. Der kräftige Duft von schwerer Lehmerde steigt mir in die Nase und ich bin unglaublich glücklich.
Nach vielen, vielen Monaten endlich wieder Kraft und Energie zu spüren und Leidenschaft zu haben, für das, was mein Leben ausmacht. Der komisch graue Schleier in meinem Schädel, der die Welt so lange trostlos hat aussehen lassen, ist wie weggeblasen. Alles erscheint mir wieder hell und fröhlich.
Ich kann immer noch nicht ganz glauben, dass eine winzige Tablette, die meine Schilddrüse in ihrer Arbeit fortan unterstützt, schlagartig solche positiven Auswirkungen haben kann.
Hoch lebe die moderne Medizin.
PS: Meine Tage sind wieder da - die Wechseljahre können also noch ein bisschen warten.
Die Antifaltencreme ist im hohen Bogen im Müll gelandet.
Der morgendliche Blick in den Spiegel zeigt mir wieder eine sehr jugendliche Fünfzigjährige, die an guten Tagen mindestens 10 Jahre jünger aussieht !
Und heute Morgen habe ich das die-Treppe-runter Wettrennen gegen meinen Hund gewonnen!