Mittwoch, 22. Dezember 2010

Winterwonderland Normandy

Es ist einfach unglaublich.
So etwas haben die Normannen, zumindest die zu-gereisten, noch nicht erlebt: Schnee im Dezember!
Und wie es aussieht, bleibt er auch noch bis Weihnachten liegen.
Überall auf den Blogs und Facebook posten Freunde und Bekannte ihre Winterfotos und das ein oder andere ist Postkartentauglich.
Meine Gedanken gehen aber auch an all die gestrandeten Menschen, die schon seit Tagen auf den europäischen Flughäfen kampieren müssen. Die Armen!

 Nachdem es den ganzen Samstag über geschneit hat, geht unser Blick am Sonntag über die Pferdeweide in den Westen. Und da kündigt sich die nächste Schneefront an.
 Nur wenige Zeit später, ging es los und die Pferde verbrachten den Tag im Stall.
 Der nächste Morgen ist ein Wintermärchen und ich gehe nur "pro forma" zum Briefkasten. Es sind bis zu zwanzig cm gefallen und die Straßen dicht.
 Vom Briefkasten bis zum Haus sind es "nur" 100 Meter und ich kam ganz schön aus der Puste. Ein Glück dass ich hier in Frankreich nicht Schnee schippen muss.
Coca liebt den Schnee - wie überhaupt alle unsere Tiere

Dienstag, 21. Dezember 2010

Mondfinsternis inklusive Wintersonnenwende

Zum ersten Mal seit 400 Jahren trifft die Mondfinsternis auf die Wintersonnenwende und was macht Pia der alte Mondfreak?
Na, sie friert sich den Bibs ab, als sie versucht heute morgen in aller Herr Gott's Frühe und mit steif gefrorenen Händen ein einigermaßen brauchbares Foto ohne Stativ hinzu bekommen.
Kurz vor Schluss, also bevor der Mond dann zum Blutmond wird, zog dichter Nebel auf und so kann sie dieses mal nicht mit roten Mondbildern angeben.
Aber lustig (und unglaublich still) war es trotzdem, auch wenn sie nicht nackig im Schnee herum rannte, um wie ein Druide die Wintersonnenwende zu feiern.
Jetzt werden die Tage wieder länger!
Yippih!!!

 
 

 
 
 
 
 
 

Sonntag, 19. Dezember 2010

Sch...wie Schnee, Schreiberling,Schöne Normandie

Ich bin ein echter Schreiberling.
Mein Kopf schreibt immer und überall.
Im Auto, beim putzen, beim bügeln.
Schade, dass noch keiner ein Gedanken-Aufschreib-Programm erfunden hat. Mit Hilfe eines klitzekleinen, im Kopf installierten Minichips, müsste ich nach Fertigstellung des jeweiligen Gedanken-Menus nur noch die Daten auf einer Art Gehirn USB abspeichern, an den Rechner anschließen und mit einem passenden Schreibprogramm ein bisserl in Form bringen. Fertig!
Ach was würde mir das, und wahrscheinlich tausend anderen Hobby-Schreiberlingen, Autoren und Journalisten auch, das Leben erleichtern!
Gut! Ok! Das ist jetzt ein bisschen sehr futuristisch aber an manchen Tagen habe ich einen ganzen Roman im Kopf, mit Personen, Schauplätzen und Dialogen. Und wenn es wirklich so was abgefahrenes wie Paralleluniversen gibt, dann bin ich dort schon lange Bestsellerautorin.

Schreiben hat für mich etwas Beruhigendes.
Schon als Kind habe ich viele Stunden an meinem Schreibtisch mit meiner Fantasiewelt verbracht.
Auch heute noch mache ich nichts lieber, als mich frühmorgens mit einer Tasse Kaffee an den Computer zu setzten und aufzuschreiben, was mir so an Ideen und Gedanken durch den Kopf schießt.
Aber – war doch klar, dass an dieser Stelle ein "Aber" kommen muss - zum Schreiben braucht es Zeit. Ruhe und eine gewisse Ordnung in der Umgebung sind auch nicht gerade unwesentliche Faktoren, um aus meiner mentalen Buchstabensuppe ein leckeres und gut verdauliches Drei Gänge Menü zu zaubern.
Leider funkt mir in letzter Zeit mein Leben dazwischen.
Nachdem ich ein zweites Pferd tragisch und völlig überraschend verloren habe, musste ich erst einmal meinen Gemüts- und Seelenzustand wieder auf Vordermann bringen. Hinzu kommt, die Ausbildung von großer Tochter stellt meinen frühmorgendlichen Lebensrhythmus total auf den Kopf.
Vorbei mit dem in aller Ruhe frühstücken und im Computer die Buchstaben tanzen lassen. Jetzt renne ich morgens gegen die Zeit, muss Pferde versorgen (ja ich habe immer noch welche übrig und hoffe, das bleibt auch noch eine Weile so) mit den Hunden gehen und wenigstens ein Minimum im Haus Klar Schiff machen. Die Nachmittage sind mit Kursen, Besorgungen und Sohn von der Schule abholen dicht. Danach ist kurze Verschnaufpause mit Seifenopern angesagt und im Anschluss wird gekocht, um die Meute zu verköstigen.
Ist der Abend da, ist in meinem Kopf zappenduster: nix mehr mit Buchstabensuppe, die sich zu einem schmackhaften und angenehm lesbaren Eintopf zusammen köcheln lässt.
Und ganz ehrlich?
Ich leide. Jawohl ja!
Gaanz fürcherlich!
Erst wenn man etwas nicht mehr hat, merkt man wie wichtig es für einen geworden ist. Dabei ist es völlig unerheblich, ob jemand meine Blogeinträge  liest oder nicht. Natürlich liebäugele auch ich manchmal mit dem Gedanken, "berühmt" zu werden, aber letztendlich schreibe ich für mich und für die netten Blogleser, die hier ab und an mal vorbei schauen und denen ich hoffentlich ein klein wenig Gute Laune in die Seele zaubern kann.
Heute hat mein "Seniorchef" der höheren Sphären mein Jammern erhört, und  Frau Holle zum Groß Reine-machen verdonnert. Sie schüttelt im  Moment gerade Hunderte von Bettdecken auf und die Welt da draußen gerät ins Stocken.
So sehr, dass man nicht ein einziges Auto, sondern nur das fröhliche Lachen von Kindern, die im Schnee spielen hört. Auch meine Welt schaltet eins zwei Gangarten herunter und ich gönne mir einen Sonntagnachmittag und schreibe.
Endlich!

Montag, 13. Dezember 2010

Meine BF, ein Rabe der raucht und ein hüpfender Besenstiel

Wenn meine BF mal ins Museum geht, dann kommt dabei folgende (witzige und höchst unterhaltsame) Mail an mich heraus:

Moin Süsse,

Tja, Deine Beste Freundin und Museum?
BF und Kunst?
Ich weiß nicht so recht...

Das Museum Ludwig ist ein Museum für moderne Kunst. (definiere Kunst!!!)
Wie gut, dass mich in dieser Stadt so wenige kennen, sonst würde mir dieser Sonntag sicher in peinlichster Erinnerung bleiben...
Schon allein diese Menschen, die mich umgeben, sind mir ein Gräuel! Muss ich gestreifte oder karierte Hosen tragen, um mich als Kunstliebhaber zu outen, der ich eigentlich nicht bin?
Sollte man besser fettige bis graue abstehende Haare haben, um sich als wahrer Bohème hervorzuheben?
Muss ich immer und bei jedem Bild in erstauntes und begeistertes "Oh-Rufen" verfallen, um mich als Kenner zu beweisen?
Wenn das so ist, ist diese Bildungsreise definitiv schief gegangen! Das ist nichts für mich!
Da hing tatsächlich ein Teppich an der Wand. Ein ockerfarbener in linken Maschen gestrickter Teppich, etwa 3 auf 5 Meter. "Och gucke mal, " kann ich nicht umhin, laut und deutlich zu meinem Göttergatten zu sagen, "was hätten wir aus dem Teppich, den wir Tochter für teuer Geld ins Zimmer gelegt haben, nicht alles machen können!"
Frau Kunstkennerin neben mir warf mir ob dieser frevelhaften Unkenntnis einen völlig konsternierten Blick zu, was mich dazu trieb, mir eben doch mal den Titel des Kunstwerks einzuverleiben:
"Is klar", habe ich laut und deutlich gebrummt, weil ein wenig Verstand wohnt auch mir inne. "Wasser ist ocker braun und hängt in Form von Strick in links annner Wand. Super!"
Direkt daneben eine Muschel mit schwarzen Wellenmustern darin. Nur ein paar, sonst wäre ja kein Raum für Interpretationen mehr geblieben...
Aber gut, käme ich nun morgen zu Dir und Du hättest das gesamte Wohnzimmer mit irgendwelchen Öl- und hassenichtgesehen Schmiererein vollgehängt, und würdest mir stolz wie Oskar erzählen, wie wahnsinnig begabt Dein Sohn ist, ich würde Dir mein verständnisvollstes Lächeln schenken.
So sind Muttertiere nun mal.
Aber all das in einem Museum?
Eine alte Dame, die gestreifte Hose spannte über den riesigen Hintern, die grauen Haare wunselten abstehend auf ihrem Hinterkopf, erklärte nun eine Etage tiefer zwei sehr jungen Leuten ein Bild von Picasso. Ich für meinen Teil habe auf einem Haufen Farbe eine Art Strichmännchen erkannt, dass der Künstler - wahrscheinlich ist ihm das Weiß ausgegangen - mit schwarz krakelig vervollständigt hat. Auch die beiden jungen Leute standen (juhuuu, ich war nicht alleine) relativ verständnislos vor diesem Gemälde, und staunten ebenfalls Bauklötzer, als sie hören durften, welch irrsinnigen Mut Picasso ob des Schwarz-weiß-Mischens bewiesen hat - dabei schluckte die ältere Frau ergriffen und ihre Stimme schwankte leicht - der das eigentliche Thema des Bildes noch deutlicher transportiert?!?
Hallo???
Bei mir ist jedenfalls kein Transport eingetroffen, der Rapport war auch eher schlecht, und den gerade vom Frisör frisch umschmeichelten Falten auf meiner Stirn ist dieses Bild auch nicht gut bekommen.
Irgendwas mache ich definitiv falsch!
Hoch dotierte Kunst, die mich an Schultische erinnert, auf denen man mit dem Bleistift Striche und Linien und Halbmonde und Äste kahler Bäume geschmiert hat, um dem einschläfernden Ton eines endlos langweiligen Unterrichts zu entgehen. Ölfarben - verschmiert, oder in Kästchen aneinandergereiht, bei denen ich mich frage, wieso wir die Kinderbilder unserer "Lieben Kleinen" nicht verkauft haben, statt sie in Erinnerungskisten zu packen. Haaach, da wird mir Angst und bange.
Gut, es waren auch einige wirklich interessante Exemplare dabei, die mir Mut und Hoffnung gaben, dass es doch den einen oder anderen Künstler gibt, der Malen kann und Ideen hat. Und ein super schönes Bild von Dalí war dabei, aber den mag ich nun halt auch und bewundere ihn echt für seine Technik und seine Ideen. Und der malt keine Strichmännchen, schmiert die Farbe nicht wahlweise hin und verarbeitet keine Strickteppiche...
Ein kleiner Raum tat sich schlussendlich noch auf, die hohen Wände wie überall kalt und weiß gestrichen. An einem Band hing ein Besenstiel an dessen oberem Ende eine Art Dose befestigt war. Der Besenstiel hüpft (von einem Bein auf das andere, haha) und sagt immerzu:
"Der Rabe raucht, der Rabe raucht die ganze Nacht, die ganze Nacht raucht der Rabe. Der Rabe raucht."

Bei mir ist es nicht der Rabe, der raucht. Mir raucht der Kopf.
Auch wenn ich nach längerem Nachdenken nicht umhin komme, Picasso ebenfalls für seinen wahnsinnigen Mut zu bewundern. Dass ich weder sein Thema, noch die Message, die er mir senden wollte, verstanden habe, liegt sicherlich ganz eindeutig an mir.
Schande über mein Haupt, ich werde mich diesbezüglich aber nicht geißeln.

Manno-Mann, ich grüße Dich und hoffe, dass ich dir meine Message klar und deutlich rübergebracht habe, und dass ich die Information in schwarzer Schrift auf weißen Hintergrund gut transportieren konnte, Kotz!

Lieben Gruß und eine schöne Woche
Deine BF



PS: Hier der Link zum hüpfenden Besenstiel
PPS: Meine BF: Maike Hempel - Mallorca hin und nicht zurück
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