Freitag, 29. April 2011

Was hat "The Royal Wedding" mit meinem Papierkrieg zu tun?

Wenn man so wie ich, seit Jahrzehnten mit einem Großen (schottischen) Briten verheiratet ist, dann kommt man nicht umhin, sich mit der englischen und schottischen Geschichte auseinander zu setzen.
Ich bin eine unverbesserliche Leseratte und es gab eine Zeit, da habe ich alles was ich über  die Plantagenets (wer kennt nicht Richard Löwenherz, König John und Robin Hood ?)  und die Tudors (König Heinrich und seine sechs Frauen), in die Hand bekam, regelrecht verschlungen.
Und auch die Höhen und Tiefen der Windsors haben mich immer interessiert und bei der Märchenhochzeit von Diana und Charles klebte meine Nase förmlich an der Flimmerkiste.
Jetzt bin ich ich älter, weiser? und ruhiger und einen ganzen Tag untätig vor der Kiste zu verbringen, um einem jungen, wenn auch sehr sympathischen Paar beim heiraten zuzuschauen, ist nicht mehr so mein Ding.
Für heute habe ich mir vorgenommen, mich endlich mal an meinen Papierkram zu setzen, der sich seit Monaten aufstaut, und um den ich mich bis dato sehr erfolgreich gedrückt habe, nun aber dringend sortiert werden muss. Ich brauche einen alten Steuerbescheid, den ich ums Verpatzen nicht mehr finde, von dem ich aber weiß, dass er irgendwo im Meter hohen Stapel versteckt liegen muss.
Gestern fragte mich Schottengatte, auf meine Ankündigung endlich gegen das Chaos was zu tun, darum leicht verwundert:
"Warum nimmst du den Papierkram nicht mit ins Wohnzimmer? Da kannnst du den ganzen Tag sortieren und gleichzeitig Royal Wedding schauen?"
Isser nicht grandios?
Genau das werde ich machen!



Bild von: graphicsfairy

Donnerstag, 28. April 2011

Gesichtskino (die Zweite) mit Serieneinstellung

Was haben wir Laien-Fotografen uns herum gequält als die Welt noch analog war.
Ein Baby in einem lachenden Moment zu erwischen, war absolute Glückssache. Von den vielen entwickelten unterbelichteten oder verwackelten und trotzdem bezahlten Fotos mal ganz zu schweigen.
Heute kann frau digital und umsonst Fotos über Fotos schießen, eines ist bestimmt dabei was gefällt und der Rest kommt in die Tonne. Trotzdem bleibt es eine echte Herausforderung, ein Baby zu fotografieren. Im richtigen Moment auf den Auslöser zu drücken ist eine echte Kunst.
Es sei denn man benutzt die Einstellung für Serienbilder.
Auf die clevere Idee kam ich vor ein paar Tagen als Miss Mini in ihrer Mini-Jeans zum Fressen goldig, sich in bester Laune von ihr niedlichsten und gurgelnd lachenden Seite zeigte.
Am Ende hatte ich über 250 Fotos auf der Speicherkarte.

220 davon habe ich wieder gelöscht und nur die behalten, die mir am besten gefallen haben.

Mittwoch, 27. April 2011

Dienstag, 26. April 2011

Zigaretten Etui mal anders

Was macht eine nicht rauchende Scrapbookerin mit einem silbernen Zigarettenetui, über das sie beim Warten an der Kasse im 1Euro-Laden stolpert?
Sie kauft es!
Und dann?
Die Antwort dazu gibt es wenn ihr auf das Bild klickt

Samstag, 23. April 2011

Osterwünsche aus der Normandie

Ich wünsche Euch allen, von ganzem Herzen, ein wunderschönes Osterfest. 
Mit ganz viel Entspannung, Spaß, Zeit, Liebe und guter Laune. 
Das Kaiserwetter haben wir ja schon!

Freitag, 22. April 2011

Ich und kochen: Das Maultaschen-Desaster

Tüt! Tüt! Draußen hupt Frau Briefträger!
In Windeseile jogge ich aus dem zweiten Stock die Treppen hinunter, breche mir dabei fast die Beine, weil mir meine Hunde immer beweisen müssen, dass sie viel schneller sind als ich, mich in der engen Kurve im Doppelpack überholen und mein Gleichgewicht dabei gefährlich ins Wanken bringen.
Frau Briefträger, sie ist von der ungeduldigen Sorte und hat schon den Rückwärtsgang eingelegt weil sie wohl dachte es käme keiner mehr, stoppt, als ich, nach Luft schnappend, dicht auf den Fersen meiner bellenden Borderdcollies, durch die Kuchentür hechte.
Sie überreicht mir müde lächelnd, sie hat wohl viel zu tun im Moment, ein riesiges Paket und an den lustigen, bunten Aufklebern erkenne ich gleich den Absender.
"Les enfants!" rufe ich laut durchs Haus, als ich das schwere Paket durch die enge Küchentür bugsiere und es auf dem Küchentisch abstelle. "Das Osterpaket von Mimi (= französisch für Omi) ist da!"
Innerhalb weniger Sekunden haben sich alle um den Küchentisch versammelt - warum passiert das eigentlich nie wenn ich abends zum Essen rufe? - und wir diskutieren: aufheben und verstecken oder gleich aufmachen?
Aufmachen ist der allgemeine, kurz entschlossene Konsens und nach kurzem Hantieren mit Schere und ungeduldigen Händen, die das Packpapier in Fetzen reißen, kommen viele Leckereien zum Vorschein, die Mimi aus Deutschland für ihre Enkel zusammen getragen hat. Ostereier in allen Variationen, die Osterhasen von Lindt mit einem Geldschein am Glöckchen-Halsband, ein kuschelweicher Teddybär für die Urenkelin, die obligatorischen Eszet-Schnitten und ein Paket mit Teigtaschen-Förmchen.
"Was ist das denn?" drei erwachsene Gesichter, mit einer sich in runzelnde Falten legenden Stirn schauen mich fragend an.
"Damit kann man Maultaschen machen!"
Sehnsüchtig erinnere ich mich an die schwäbische Spezialität, die ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gegessen habe.
"Und bitte was sind Taschen für's Maul?" fragt mich Sohnemann leicht angewidert, dem ich den Unterschied von Mund und Maul schon vor vielen Jahren einmal erklärt hatte.
"Des sacs pour des gueules" übersetzt er für Papa von Enkelkind, der völlig ratlos, ob des deutschen Geschnatters, neben uns steht.
"Des sacs pour les chiens?  Hundetaschen? Und die kann man essen?" fragt er, nun völlig verwirrt.
Soviel zur deutsch französischen Verständigung!
Und da frage ich mich, warum die Franzosen nicht viel von der deutschen Küche halten!!!

Am Abend stürze ich mich, gemeinsam mit Kleiner Tochter in das Abenteuer Maultaschen.
Das Rezept erscheint simpel, die Zutaten haben wir, doch schon das Kneten des Teiges bestätigt mir, warum ich mit dem Kochen auf Kriegsfuß stehe. Das Mehl verstaubt mir breitflächig meine saubere Ablage inklusive der Herdplatte. Die klumpige Teigmasse klebt eklig dick an meinen Händen und das Ausrollen ist ein Kraftakt, welches die gerade abklingende Sehnenscheidentzündung in meinen Armen erneut zum Aufflammen bringt. Der Teig erweist sich als ausgesprochen widerspenstig, hat ein Eigenleben und bleibt nur kurz in dem, für das Ausstechen nötige Großformat. Ich und das Nudelholz malträtierten ihn mit enthusiastischem Schwung, doch wie durch Geisterhand schrumpft er immer wieder in sich zusammen. Mit dem Ergebnis, dass die so entstandenen "Taschen", die Kleine Tochter mit Spinat Hackfleisch-Füllung bestreicht, von Mal zu Mal dicker werden und Hot Dog mäßige Ausmaße annehmen. Je länger der Vorgang dauert, um so ungeduldiger werde ich und ich bin heilfroh als die Maultaschen endlich in der kochenden Brühe landen.
Ich sollte es fotografieren !
Was ich aber nicht tue, denn ich glaube beim Anblick der unförmigen Teile, die sich da in meiner Brühe tummeln und wie Steine auf den Topfboden sacken, würde mir jede anständige schwäbische Hausfrau eine schmerzhafte Kopfnuss versetzen.
Das Ergebnis... zwanzig Minuten später, so lange mussten die dussligen Dinger kochen sonst wären sie nicht durch gewesen, war... na ja... sagen wir mal ... nicht unbedingt ungenießbar.
Ich glaube aber, dass die wunderschönen Teigformen, ab so fort in der tiefsten Ecke meines Küchenschrankes, auf Jahre friedlich, und völlig ungestört von weiteren Kochversuchen meinerseits, vor sich hin träumen dürfen.

Mittwoch, 20. April 2011

Ich und kochen: Hoffnungslos die erste

"Ich koche auch nicht gerne aber ich mag meine Küche" schrieb mir eine Leserin (Bisous! Bille) im Kommentar als ich mich vor kurzem über meinen Kochfrust beschwerte.
Mit meiner Küche habe ich auch kein Problem ...
Ganz im Gegentum!
Ich liebe meine Küche.
Sie ist im Landhausstil.
Dem echten. Also nicht die vorgefertigte Version, die man für teuer Geld im Möbelhaus kaufen kann. Die, mit den weißen verschnörkelten Blenden, goldenen Griffen und schwarzer Marmor-Arbeitsfläche, bei der jede Mutter sofort im Geiste vermatschte Kinderhände in Handschellen legt.
Von der habe ich vor vielen, vielen, vielen Jahren, als ich noch in Deutschland weilte auch mal geträumt...
Aber in unserem 150 Jahre alten Haus waren andere Reparaturen immer dringender und so war das Budget für eine "neue" Küche ganz am Ende der "das-brauchen-wir-unbedingt-auch-noch-Liste".
Die Kücheneinrichtung wurde uns zur Zeit des Hauskaufes, großzügig vom Vorbesitzer überlassen.
Einem geschenkten "Küchen-Gaul" schaut man nicht ins Maul, und schon gar nicht, wenn man als junge Familie mit zwei kleinen Kindern unter 2, sich gerade ein heruntergewirtschaftetes, normannisches Landhaus gekauft hat, bei dem der Finanzberater der Hausbank die Hände über dem Kopf zusammen schlägt.
Sie hat über die Jahre viele farbige Anstriche über sich ergehen lassen müssen. Erst war sie Holz, dann grün, dann blau und zur Zeit ist sie mausgrau mit hell lila Wänden. Sie wurde auseinander genommen, herum gedreht und wieder zusammengesetzt.
Die Wand, die die Küche vom Esszimmer trennte, hat vor einigen Jahren auch das Zeitliche gesegnet und wurde durch eine praktische Frühstücksbar ersetzt. Vom Schottengatten, in einem seiner wenigen freien Wochenenden zu hause, selbst gebaut. Das versteht sich von selbst.
Dahinter steht, auf original schwarzweißen Marmorfliesen, ein großer solider Holztisch ohne Firlefanz vom schwedischen Möbelhaus, auf dem jede Schramme und Schmarre eine Geschichte über unsere Familie erzählt. Über das Ganze thront ein mannshoher Kamin, so typisch für die alten Häuser hier in der Gegend, in den man sich locker hinein setzen kann und der uns, in den langen, grauen, normannischen Wintermonaten schon verdammt gute Dienste erwiesen hat.
Nein! Unsere Küche ist keine hochmoderne Designerküche, sondern der gelebte und verlebte, warme Lebensmittelpunkt unserer Familie
Nichtsdestotrotz stehe ich mit dem Kochen auf Kriegsfuß.
Gestern gab es schwäbische Maultaschen!
Was für ein Desaster!
Warum? Das erzähle ich Euch morgen....



Sonntag, 17. April 2011

Gesichtskino

Eigentlich wollte ich ja ganz konzentriert an meinem neuen Projekt arbeiten. Da kam Kleine Tochter mit dem Kinderwagen und sagte: "Mammi - ich bräuchte mal 'ne Pause. Kannst Du die Kleine nehmen? Sie schläft.  Ich räume dir auch die Küche auf!"
Die Bestechung mit dem "die-Küche-aufräumen" funktioniert bei mir immer.
Ich glaube, ich würde meiner Familie sogar die Sterne vom Himmel holen, wenn ich nie wieder einen Fuß in die Küche - außer vielleicht zum Kaffee kochen - setzen müsste.
Gib mir  einen Computer mit Macken, gib mir einen Garten so groß wie zwei Fußballfelder, gib mir eine Großbaustelle zum reparieren, gib mir einen Zoo voll mit vielen alten und jungen Tieren - das mache ich mit links und ohne zu meckern!
Aber kochen?
Nee!  Das ist absolut nicht mein Ding.
Ich ließ mich also nicht zweimal bitten, schob den Kinderwagen ins Holzhaus und setzte mich an meinen Schreibtisch. Dort saß ich dann genau 10 Minuten, bevor Miss Mini aufwachte und sie mich mit ihrem Gesichtskino völlig aus dem Konzept brachte.
Herausgekommen ist eine Serie von ungefähr 50 Fotos, die ich wohl irgendwann "verscrappen" werde müssen. ;-))

Montag, 11. April 2011

April, 25° im Schatten und was macht der Normanne?

Er meckert!
Hach! Sie sind und bleiben einfach unverbesserlich! ;-))
"Viel zu früh und viel zu viel" kommentiert gestern ein uns bekannter Landwirt dieses traumhafte Wetter, das sich, so wohltuend wie eine himmelblaue Kuscheldecke über ausgekühlte Schultern, über der ganzen Normandie ausbreitet.
Leider kann ich nicht umhin, ihm diesmal recht zu geben, denn ich befürchte, dass wir für dieses gigantisch tolle und warme Wetter bald wieder mit der berühmt berüchtigten Grisaille (französische Wetterbeschreibung für: alles ist grau in grau) bezahlen werden müssen. Aber bis es soweit ist, lass' ich mir die Laune nicht verderben und genieße sogar, dass ich mir vor lauter alles auf einmal blühen am liebsten die Augen aus dem Kopf kratzen möchte. Ach ja, der gute alte Heuschnupfen hat mich fest im Griff.
Kirsche, Apfel, Flieder, Weide, Haselnuss, ...die wenigen Bienen, die uns noch geblieben sind, sind voll im Stress.....

Sonntag, 10. April 2011

Wenn Scrapbooking sogar die französische Bürokratie besiegt

Vor ein paar Wochen bekam ich einen Anruf vom Krankenhaus in Bolbec und eine Dame erkundigte sich, ob ich bereit wäre, einer der Angestellten im Pflegebereich im Scrapbooking auszubilden.
Ob ich bereit wäre? Was für eine Frage? Na klar doch! Mit Handkuss!
Wir tauschten die nötigen Information aus, ich gab ihr die Steuernummer von meiner Ich-AG und sie versprach mir, dass sich meine zukünftig "Auszubildende" persönlich mit mir in Verbindung setzen würde, um alles weitere zu besprechen.
Sie war happy! Ich war happy
Alles hätte so schön sein können ... wenn, ja wenn... uns die Krankenhausadministration nicht dazwischen gefunkt hätte. Das Krankenhaus ist nämlich nur dann bereit die Fortbildungskosten ihrer Angestellten zu übernehmen, wenn das auszubildende Unternehmen, in diesem Falle ich, eine numéro de création et d'éxistance vorweisen kann.
Eine bitte was?
Wer sich an dieser Stelle seines Französisch noch ein klein wenig mächtig glaubt und vielleicht versucht die Nummer Dingsda zu übersetzen, braucht sich die Mühe gar nicht erst zu machen, denn ich stand trotz fast perfektem Französisch genauso auf dem Schlauch.
Nach Rücksprache mit der verantwortlichen Dame des oben genannten Krankenhauses, ging ich in unser Hôtel des Impôts (Finanzamt) vor Ort, um mich schlau zu machen. Die hatten noch nie etwas von einer solchen Nummer gehört und verwiesen mich an die Präfektur in Evreux.
Der Monsieur, der mich dort mit einer extrem gelangweilter Stimme begrüßte, gab sich gar nicht erst die Mühe verstehen zu wollen, was ich wissen wollte und verwies mich weiter an La chambre du commerce et de l'industrie (Handelskammer). Die Dame die sich hier meiner Sache an nahm, Gott sei Dank wenigstens um ein etliches freundlicher als ihr Vorgänger, schien mit oben genannter exotischer Nummer so rein gar nichts anfangen zu können.
"Versuchen Sie es mal bei der URSSAF (Krankenversicherung)! Warten Sie ich gebe Ihnen die Nummer!"
In der Zwischenzeit war es Mittwoch, der Tag an dem Nathalie "der Azubi" zum Schnupperkurs in meinen Workshop kommen sollte. Wir waren uns auf Anhieb sympathisch und als sie wieder ging, war sie begeistert und überzeugt, dass Scrapbooking genau das Richtige ist, um ihre älteren Herrschaften, die sie als Pflegekraft betreut, geistig und auch manuell aktiv und fit zu halten. Da meine Nachforschungen, was es mit dieser Nummer wohl auf sich hat, bislang aber unfruchtbar geblieben waren, machte ich mir nicht all zu viel Hoffnung sie wieder zu sehen.
Am gleichen Abend noch, hatte ich die spontane Idee, doch mal in den bis dato von mir unerforschten Tiefen des Internets den Sinn dieser geheimnisvollen, aber ach so wichtigen Nummer zu ergründen.
Das hätte ich gleich tun sollen .... und mir so etliche Telefongebühren erspart.
Nach eifrigem Lesen der vielen Dokumente wurde mir sehr schnell klar, dass ich nicht bereit bin, mich mit dem ganzen Papierkram herumzuschlagen, der die Anforderung einer solchen numéro d'éxistance mit sich führen würde. Mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht glaube, diese am Ende überhaupt bekommen zu können,da  das Scrapbooking in Frankreich doch recht neu ist, und es keine Schule  gibt auf der man es lernen und mit einem Diplom oder einen Meisterbrief in der Tasche verlassen kann. Wir alle, die wir Scrapbooking in Workshops anbieten sind absolute Autodidakten und haben aus unserem Hobby einen 'offiziell nicht anerkannten" Beruf gemacht.
Diese, für mich dann doch ein bisschen traurige Erkenntnis mailte ich der Dame aus der Krankenhaus Administration mit Bedauern, und dem Zusatz, dass ich doch stark bezweifeln würde, dass sie hier, in der Normandie, ein mit Nummer eingetragenes Centre de Formation de Scrapbooking (Scrapbookingausbildungszentrum) finden würde. In Paris vielleicht, aber hier???
Für mich war das Thema somit gegessen und ich konzentrierte mich wieder auf die Schüler in meine Kursen.
Gestern dann der völlig überraschende Anruf von Nathalie.
Sie war so enttäuscht von der bürokratisch unflexiblen Haltung der Administration, dass sie sich in den darauf folgenden Tagen, bis zum "Directeur des Ressources Humaines" (Betriebsrat) durch boxte und dort endlich  (ausnahmsweise!) grünes Licht bekam.
Somit unterrichte ich nunmehr nicht nur an einem Gymnasium, sondern ich  habe ab Ende des Monats offiziell eine "Auszubildende".
Wer hätte das gedacht als ich vor 6 Jahren das erste Mal von diesem komischen Hobby aus Amerika hörte und stirnrunzelnd fragte:
"Scrapbooking?!" Was um alles in der Welt ist das?"

Samstag, 9. April 2011

Nagelstudio

Gestern wurde mein Holzhäuschen im Garten (normalerweise der Workshop für meine Scrapbooking-Kurse) kurzerhand zum Nagelstudio umfunktioniert.
Kleine Tochter hat im Moment ein bisschen den Baby-Blues (...ist halt nicht so einfach mit einem drei Monate alten Baby...) und so hat Papa von Enkeltochter kurzerhand eine Nagelstylistin engagiert (...isser nicht süß?...), um seiner Liebsten das Gemüt ein bisschen aufzuheitern.
'Wenn die Dame schon zu uns kommt, dann können wir auch davon profitieren', dachten sich Große Tochter und ich und so kam es, dass vier Mädels, fröhlich verschiedenen Nageltechniken und Farbnuancen diskutierend, die  blauen Holzwände meines Holzhauses mit unserem Geplapper zum Wackeln brachten, während Papa von Enkeltochter im Haus sein schlafendes Baby hütete.
Jetzt haben wir alle french manikürte Fingernägel, Kleine Tochter mit Strass und Farbakzenten, finden uns alle irre stylisch  und erfreuen uns an dem strahlend blauen und warmen Wetter in der Normandie.

Mittwoch, 6. April 2011

Deutsches Sprache - schweres Sprache?

Nicht so für Schwiegersohn in Spé, Papa von Enkelkind.
Manchmal tut er mir Leid.
Muss er doch mit unserem deutsch-englisch-französischen Sprachgemisch klarkommen.
Das hat dann solche verrückte Auswirkungen wie der berühmte Satz vom Schottengatten, der im Winter aus dem Fenster schaute und sagte: Look Darling! It's neiging schon wieder!!!
Dieser Satz ist ein leuchtendes Beispiel für unser grammatikalisch wertvolles Kauderwelsch, welches uns im Laufe der Jahre so in Fleisch und Blut übergegangen ist, dass wir höllisch aufpassen müssen, nicht auch außerhalb unserer Familie so zu reden. (Für die Nichtfranzosen meiner lieben Leser: neige = Schnee)
In den ersten Wochen in denen Kleine Tochter und Papa von Enkelkind wieder bei uns einzogen, habe ich mir noch alle Mühe gegeben immer schön Französisch zu reden. Aber nach Monaten des Gott sei Dank harmonischen  Zusammenlebens rutsche ich mehr und mehr in alte Gewohnheiten zurück.
Ich rede deutsch und die Kids antworten auf französisch.
So lebt es sich für mich recht einfach, aber an Papa von Enkeltochter geht natürlich die ein oder andere Sache vorbei. Was ihn nicht stört.
"Wenn es wirklich wichtig ist, frage ich schon nach. Keine Sorge!" antwortete er mir, als ich mich für meine Nachlässigkeit entschuldige. "Ausserdem", so sagte er weiter, "möchte ich, dass du Enkelkind Deutsch beibringst und die ein oder andere Sache verstehe ich ja schon, ohne dass du sie mir extra übersetzen musst."
Na, dann bin ich ja beruhigt, denke ich und muss daran denken, wie all die vielen kleinen französischen Kinderlein,  die hier in den großen Sommermonaten durch unser Haus tobten auch den ein oder anderen Satz  zwangsweise aufschnappten. Der Satz "Raus aus der Küche!" war ein Kommando, den alle, die Hunde eingeschlossen, schleunigst befolgten.
Gestern Abend, ich war müde und ging sehr früh ins Bett, die Kids saßen noch im Wohnzimmer und quatschten, verabschiedete ich mich mit einem, für mich untypischen "Bonne nuit"!
Meine Kids antworteten im Chor wie erwartet auf französisch, nur Papa von Enkeltochter antwortete mit einem  einwandfreien deutschen "Gute Nacht"!
Das musste ich natürlich gleich ausbauen, drehte mich im Flur noch mal auf dem Absatz herum und wünschte ihm lachend ein: Schlaf schön und träume süß!
Es folgte ein recht lustiger Schlagabtausch von den verschiedensten Wörtern, die er in den letzten Monaten, für mich völlig überraschend, im vorbeigehen aufgeschnappt hat.
Ich lobte ihn und freute mich, dass er ganz offensichtlich soviel Spass an meiner Muttersprache hat.
Da sagte er mir mit Stolz geschwellter Brust:
"Oh!  Ich kann sogar schon eine ganzen Satz! Den hat mir Kleine Tochter beigebracht!"
Neugierig schaute ich ihn erwartungsvoll an.
Und dann kam er.
Der Satz, der mit Sicherheit genauso in unsere Familien Annalen eingehen wird,wie der (siehe oben) vom geliebten Schottengatten,  inklusive dem herrlich französischen Akzent, der unsere deutsche Sprache so wunderschön zum Schwingen bringt
"Du bist eine dicke fette Kuh!"
Ich glaube ich muss mal ein sehr ernstes Wörtchen mit Kleiner Tochter reden! :-)))

Dienstag, 5. April 2011

Ich lese gerade: Eat Pray Love von Elisabeth Gilbert

... und frage mich, wie um alles in der Welt es dieses Buch auf die Bestsellerliste geschafft hat.
Gekauft habe ich mir das Buch im Vorbeigehen.
In unserem verträumten normannischen Städtchen bekommen wir nicht immer die neuesten (amerikanischen) Filme zu sehen. Soll aber bald besser werden: unser Bürgermeister hat uns ein neues Kino versprochen; sogar mit 3D Technik! Die Kids wird's freuen. Ich liebe Julia Roberts, die bei der Verfilmung die Hauptrolle spielt und ich dachte mir, dass ich in der Zwischenzeit halt einfach mal das Buch lesen könnte
Die Story ist schnell erzählt:

"Essen. Beten. Lieben. Das braucht der Mensch zum Glücklichsein. Aber die einfachsten Dinge sind die schwersten, das weiß auch Elizabeth. Mit Anfang 30 hat sie ihren Mann verlassen und steht nun vor einem Scherbenhaufen. Nach tränenreichen Nächten beschließt die New Yorkerin, eine lange Reise anzutreten: In Italien lernt sie die Kunst des Genießens kennen, in einem indischen Ashram alle Regeln der Meditation und in Bali trifft sie auf Felipe und erfährt durch ihn die Balance zwischen innerem und äußerem Glück."

Frau Gilbert kann schreiben ohne Frage. Manche ihrer Weisheiten auf ihrem Selbstfindungstrip ( Indien) haben mich zustimmend nicken und lächeln lassen aber manchem Passagen ( vor allem der Anfang und Italien) waren so sterbenslangweilig, dass ich Mühe hatte, ich lese gerne abends im Bett, nicht dabei einzuschlafen.
Schade eigentlich! Rom und Italien hätten etwas mehr Pep verdient.
Es grenzt schon fast an ein Wunder, dass ich es überhaupt "bis nach Indien" geschafft habe, denn der Anfang der Geschichte ist zäh, die Leidensgeschichte ihrer Scheidung eher schwer nachzuvollziehen, und nur mein Geiz ein Buch nicht umsonst gekauft zu haben, ließ mich stur weiter lesen.
Randbemerkung: normalerweise brauche ich maximal eine Woche für ein durchschnittlich dickes Paperback. An Eat Pray Love kaue ich jetzt schon seit drei Wochen.........
Ich habe mich mittlerweile bis zur Mitte des Buches durchgekämpft (mit Indien bin ich durch - jetzt ist Bali dran) und habe heute morgen aus lauter Frust bei Amazon die Rezessionen nachgeschaut, denn ich konnte mir einfach nicht erklären, wieso ich ein Bestseller Buch (mit Verfilmung bitteschön!) so langweilig finden kann. Irgendwas muss ich falsch verstanden haben?!

Kaum bei Amazon Webseite angekommen hat mich die Masse der Rezessionen umgehauen.
In Deutschland 150, in England 320, in den USA über 2500!
Und die liegen soweit auseinander wie Pont Audemer von Frankfurt.
Was mich ja schon mal beruhigt hat.
Scheine ich nicht die einzige zu sein, die sich nur schwer in den Bestseller hinein lesen konnte.

Meine Moral von der Geschichte: ein Buch muss nicht immer auf den Bestsellerlisten stehen um gut zu sein, und Bücher die auf der Bestsellerliste stehen sind nicht immer die besten.

PS: Wer das Buch lesen möchte, sollte versuchen es auf Englisch zu lesen. Was ich über die Rezessionen mitbekommen habe, ist die deutsche Übersetzung grottenschlecht. Mal wieder!

Montag, 4. April 2011

Ein (Blüten) Traum in rosa - so schwierig zu fotografieren

Ein berühmter Fotograf hat mal gesagt, dass man, wenn man gute Landschaftsfotos schießen möchte, sehr früh aufstehen muss. Neben dem Licht der untergehenden Sonne am Abend, sei nur das Licht am frühen Morgen in den ersten Wochen des Frühlings (oder im Herbst) wirklich gut geeignet, um schöne Bilder von Blumen und Sträuchern in unseren Gärten zu machen. Übrigens auch ein guter Tipp, wenn man sein Auto oder Motorrad verkaufen möchte. In der Abendsonne fotografiert, glänzt selbst der älteste Lack als käme er gerade frisch aufpoliert aus der Lakiererei.
Nun, meine Kamelien sind jedes Jahr eine Foto-Challenge für mich.
Irgendwie schaffe ich es nicht, das gigantische Blütenmeer wirklich naturgetreu in Pixel zu speichern. Und das obwohl ich heute, extra früh, mit meinem Apparat bewaffnet, in meinem Garten herumgeturnt bin. In Natura erschlagen uns die Kamelien regelrecht mit ihrem Traum in Hochzeitstorten-Rosa und jeder der die Auffahrt zu unserem Haus hochfährt hält bewundernd einen Moment inne.
(...Natürlich musste ich auch gleich ein Album scrappen.  ...)
Eigentlich beglücken sie uns schon gegen Ende Januar mit ihrer Blütenpracht und sind so die ersten Vorboten, dass sich der Winter auf dem Rückmarsch befindet und die Tage wieder länger werden. Aber dieses Jahr, dem, für normannische Verhältnisse, harten Winter sei Dank, kommen sie erst jetzt richtig in Schwung. Dafür aber mit voller Wucht:

 
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