Freitag, 29. Juli 2011

Heute wede ich zum Torero!

Und bekämpfe wagemutig, unterstützt von einem 13PS starken Briggs und Stratton Motor das grüne,langhaarige Monster in unserer hauseigenen Arena.

Unser Rasen und das Gras auf der Weide waren hellauf begeistert von dem üppigen Regen im Juli.
Mein Rasenmäher weniger.
Er ist zwar einer von der Sorte 'semi-professioneller Minitraktor' und ich muss nicht hinterher laufen, sondern darf darauf sitzen, ... und wer jetzt glaubt, dass sei so gemütlich wie es auf den Werbeprospekten immer den Anschein hat, der irrt gewaltig...wenn frau aber alle fünf Minuten wieder runter springen muss, weil das Aufsaug-rohr von nassen Grasbüscheln verstopft wird, dann wird eine eh schon eher lästige Arbeit zum Kraftakt, mit am Abend wunderschön grün verfärbten Fingernägeln.
Gestern klärte sich der Himmel zum ersten Mal seit gefühlten Wochen vom typisch normannischen Grau zum lässigen südländischen Blau und heute morgen präsentiert sich mein Garten eingehüllt in dicke fette Nebelschwaden. Ein untrügliches Zeichen für schönes Wetter. Endlich!
Im Klartext heißt das also heute für mich: runter vom gemütlichen Scrapbookingstuhl und rauf auf den holprigen Traktorsitz!
 
  Auf in den Kampf, der Rasenmäher kommt............



Donnerstag, 28. Juli 2011

Endlich ist es soweit...

... das alte hässliche Stromkabel quer über unseren französischem Garten gehört der Vergangenheit an!
Ach ich habe es ja schon immer gewusst!
Das Glück dieser Welt findet man in kleinen Dingen!
Ob es sich dabei nur um einen Staubsauger für 99Euro oder aber ein abgeschnittenes Elektrokabel handelt ist völlig wurscht, die Hauptsache es macht einen häppy!
Sie sind da, die Leute von ETDE! Und  schließen den neuen Stromverteiler an.
Eigentlich für den Nachmittag angekündigt, sind sie heute morgen in aller Herr Gott's Frühe aufgetaucht und ich musste völlig panisch die olle Schmuddelecke unter der Treppe - da befindet sich der Elektrokasten -  aufräumen. Da wir keinen Keller haben, werden dort, neben den alltäglichen Haushaltssachen, all die Sachen rein gestopft, die man nicht gleich wegwerfen kann und ich mich nicht aufraffen kann, sie einmal quer über das Grundstück in die Scheune zu bringen.
Unter unserer Treppe leben folglich die Kartons von Elektrogeräten auf die man ein Jahr Garantie hat und für den Fall der Fälle umtauschen muss.
     Sämtliche Gummistiefel.
     Uraltjacken, die kein Mensch mehr anzieht, die man aber irgendwann nochmal brauchen könnte.
     Staubsauger und Putzeimer.
     Diverse Reituntensilien.
     Eine Einkaufstüte voll mit Badelatschen. Aha! Hier also hatten die sich versteckt. :-)
     Ein alter Kanonenofen, wunderhübsch anzusehen aber viel zu klein, um praktisch zu sein.
     Die Katzenklappe und.................... viele, viele fette dicke Spinnen. :-(
Das Ganze auf maximal 5qm.
Also alles raus geräumt, bei den Kartons nur noch das Wichtigste behalten, alte Jacken und Badelatschen aussortiert, den Spinnen die Flucht in den Garten ermöglicht, gründlich durch gesaugt und den Boden gewischt. Dann plötzlich das Gefühl von: Wow! Ich wusste gar nicht das ganz knappe 5 qm so geräumig sein können.
Aber das Schönste passierte draußen, als der Mann vom E-Werk das Stromkabel durchtrennte und es mit einem Wusch auf der Terrasse landete.

Unsere Fassade ist eh nicht die hübscheste....
... und dann noch ein so hässlich verlegtes Stromkabel!
Der Moment als der Elektriker das Kabel abtrennt
Ein Bild der Vergangenheit! Der Blick auf den Himmel ist frei und wir können in diesem Teil des Garten endlich nach Herzenslust Bäume pflanzen
Ganze zwanzig Jahre hat die Tanne gebraucht um den hässlichen Strommast zu kaschieren. Jetzt hat sie es endlich geschafft... .... und nun wird der olle Betonpfosten bald abgeholt.



Dienstag, 26. Juli 2011

Kampf der Giganten: Hoover gegen Dyson

Oder auch: Eine Universumsgeschichte, die mich 99 Euro kostete!

Was für den Deutschen  Miele ist, ist für den Engländer Hoover.
Und so ist es nicht verwunderlich, dass ich am Anfang meiner Ehe mit dem Schottengatte 'mit leichtem Druck' davon überzeugt wurde, dass, wenn es um Staubsauger geht, nur ein echter Hoover in unserem ersten, gemeinsamen Liebesnest eine ernstzunehmende Daseinsberechtigung hätte.
Ich muss gestehen, dass ich mit dem zentnerschweren, unhandlichen, für Treppen völlig ungeeigneten und nicht unter tiefe Möbel passenden Teil nicht unglücklich war. Hunde und Katzenhaare haben nämlich nicht die geringste Überlebenschance gegen dieses Monstrum. Und so "hooverte" ich jahrelang unsere kleine Wohnung. Bis, ja bis wir nach Frankreich auswanderten und die Jagd nach den passenden Staubsaugerbeutel zu einer echten Herausforderung wurde.

Was ich nicht ahnte, als unser silber glänzender und heiß geliebter Hoover in den Untiefen des Umzugswagen nach Paris verschwand: Franzosen sind, was "Auslandsprodukte" betrifft, unglaublich wählerisch und knauserig.
An jeder deutschen und englischen Käsetheke findet frau französischen Käse im Überfluss. Dazu einen netten Bordeau oder Merlot oder vielleicht doch gleich eine Flasche echten französischen Champagner gefällig?
Kein Problem! Den gibt es sogar im Lidl schräg gegenüber von meiner Mutter.
Aber: Deutscher Käse oder englisches Bacon in Frankreichs Supermärkten?
Vergiss es Baby!

Deutscher Wein, deutsche Pflegeprodukte?
Nada!
"Weil wir es uns wert sind" flötet Claudia Schiffer begeistert von L'Oreal Haarwaschmittel, die die deutsche Marktwirtschaft mit ihrer cleveren Marketingstrategie regelrecht überflutet haben. Und auch Diadermin, die von einer mit Adobe Photossop straff-gezogenen und mit Scheinwerfern überbelichteten Veronika Ferres bis zum Erbrechen angepriesen wird, hat es geschafft, sich als vermeintlich französische Edelkosmetika in deutschen Köpfen zu etablieren.
Penaten, Milchschnitte, Müllers Yoghurt mit der Ecke, Backmischungen und Co allerdings, müssen in Frankreich gnadenlos draußen bleiben und haben nicht den Schimmer einer Chance ihren Weg in französische Supermarktregale zu finden .
Ach und wo ich schon dabei bin: Der berühmte "Geramont Geramont! C'est si bon, c'est si bon" gibt es in Frankreich übrigens nicht! Und  von den dussligen Bistrobaguettes von Oetker haben die Franzosen in ihrem Leben noch nix gehört.
Wenn wundert es also, wenn mir die Suche nach "ausländischen" Staubsaugertüten irgendwann zu mühsam wurde und nachdem ich bei einem Experiment einen "einheimischen" Staubsaugerbeutel zurecht zu schneiden mit einer knallartigen Staubexplosion ( das Tesa hielt dem Luftdruck nicht stand ) präsentiert wurde, gab ich es auf und entschied mich für den damals ganz frisch auf den Markt gekommenen Dyson. Sündhaft teuer aber ohne Staubsaugerbeutel.
Ich war begeistert.
Ab und an trauerte ich meinem Hoover noch hinterher, aber frau kann ja schliesslich nicht immer alles haben.
Als wir von unser Chaumière in das große, zweistöckige alte Herrenhaus umzogen, musste der Dyson erst einmal so richtig zeigen was er drauf hatte. Er kam eingentlich jeden Tag zum Einsatz und ich sparte viel Geld an Staubsaugerbeutel, weil ich, dank der genialen Technologie, den so aufgesammelten Dreck einfach stoisch in meinem Garten entsorgen konnte.
Wie heißt es so schön: Staub und Dreck ist nur Materie am falschen Ort. Vom Garten ins Haus und vom Haus wieder in den Garten. Das hat fast was poetisches.
Das einzige was mich schon seit vielen Jahren nervt, ist das zwischen-den-Etagen-Herumgeschleppe dieses Teils. Bin ich oben ist der Dyson unten und bin ich unten dann ist er oben.
Hätte Sir James (der britische Erfinder) nicht gleich auch ein paar Beine an das Teil dran erfinden können?
Ich fing an von einem zweiten Staubsauger zu träumen.
"Dream on" sagte meine Haushaltskasse, denn bei aller Liebe zu meinem Dyson,  
549 Euro mal eben so, für einen Staubsauger auszugeben widerspricht meinem an-geheirateten, mittlerweile auch ein bisschen schottischen Naturell.
Tja und dann war ich in Deutschland.
Und genau an dieser Stelle wird meine Erzählung zu einer Universumsgeschichte.
Wie immer wenn ich "zuhause" bin, gehe ich kurz vor der Heimfahrt noch ein bisschen deutsche Lebensmittel im REAL einkaufen. Ich hatte schon alles im Einkaufswagen und gondelte langsam Richtung Kasse, als mich ein plötzlicher Impuls in die Elektroabteilung trieb. Ach,schnell nochmal schauen, was die Kaffevollautomaten kosten...

Und da stand er!
Knallrot mit schwarzer Schrift! Und auf dem vorderen Plastikabsatz sogar zwei aufgedruckte Tierpfoten.
Ein Hoover!
Im Sonderangebot!
Für 99 Euro!
Und als ich mich ihm vorsichtig näherte, konnte ich meinen Augen nicht trauen: mit der gleichen Technologie wie der vom Dyson: Ohne Staubsaugerbeutel!
So schnell war noch nie ein Staubsauger im Einkaufswagen verschwunden.
Nur zwei Tage und 750km Richtung Normandie, brummte der knallrote Hoover mit Karacho über den Teppichboden in meinem Schlafzimmer und zum ersten Mal seit ich denken kann, musste ich mich nicht mühsam auf die Knie begeben, um mit dem Leder die Hunde und Katzenhaare aufzusammeln.
Trotz der Turbodüse hat das mein Basismodel von Dyson nie geschafft. Was auch nicht wirklich verwunderlich ist, denn die Turbodüse vom Dyson wird über den Luftzug betrieben, während die vom Hoover über den Motor mit einem Keilriemen angetrieben wird. Und der holt alles aus dem Teppich raus was nicht niet und nagelfest ist. Auch die Milben.
Wer also Viecher hat so wie wir und noch so "altmodisch" ist, sein Schlafgemach mit einem kuschlig warmen Teppichboden ausgelegt zu haben, eile flugs zum Real und versuche sein Glück für 99 Euro!

Dienstag, 19. Juli 2011

Deutschland aus der Sicht einer Französin

Wer sich hinter Paulette versteckt weiß ich nicht und ich weiß auch nicht wirklich, wie ich auf ihren Blog geraten bin, aber ihre Blogposts in nicht immer perfektem aber so charmanten Deutsch, haben etwas so Erfrischendes, dass ich Euch den Link dazu anbieten möchte. Wer Lust hat, Deutschland mal aus der Sicht einer Französin zu sehen, sollte unbedingt bei Paulette vorbei schauen

Frankreich für Dummies

Montag, 18. Juli 2011

Wenn einer eine Reise tut....


Geht Euch das auch manchmal so?
Da lebt man im alltäglichen Trott, Tag ein, Tag aus, und kommt nicht im Entferntesten auf die glorreiche Idee, mal  einen neuen Weg oder eine andere Methode auszuprobieren ?
Vielleicht hat man ja mal den Bruchteil einer Sekunde darüber nachgedacht.
Aber das "Neue" verursacht so ein unangenehmes Kribbeln im Bauch, und irgendwie scheint auch der Aufwand größer als der Nutzen.
"Better the devil you know" heißt es im Englischen.
"Von zwei Übeln wählt man besser das, was man schon kennt."

Ich wollte (musste)letzte Woche nach Deutschland.
Eine Fahrt vor der ich mich seit Monaten drücke und sie ergo immer wieder auf die lange Bank schiebe.
Nicht weil ich keine Lust auf 'Good Old Germany' und 'Family' habe, sondern weil mich mein "Weg" zwangsläufig an Paris vorbei bringt.
Zwischen meinem beschaulichen normannischen Dorf und meiner Heimatstadt in der Nähe von Frankfurt liegen beachtliche 750 km.
Ich fahre sehr gerne Auto und 8 Stunden in meiner geliebten Kangoo mit meinem Hintern fest auf den Sitz getaggert, sind für mich eher Erholung von meinem, immer in Bewegung bleibenden Alltag.
Hörbuch in den CD Player und acht Stunden einfach mal faul auf dem Allerwertesten sitzen hat was, wenn, ... ja wenn da nicht, die von allen Touristen, Hauptstädtern und sonstigen Franzosen mit Leidenschaft gehasste Péripherique wäre: die berühmte, 35 km lange Umgehungsstraße um die Hauptstadt von Frankreich.
Richtig muss es ja heißen: Boulevard Péripherique de Paris.
Nur mit 'Boulevard' so wie wir Deutschen uns das romantisch vorstellen, hat dieses insgesamt 8-spurige Nadelöhrmonster schon lange nichts mehr zu tun.
Gebaut wurde sie 1958, fertig gestellt 1973, und war, kaum feierlich eröffnet, schon damals hoffnungslos überlastet. Im Jahr 2005 zählte man 270 000 Fahrzeuge .... pro Tag!!!
Und nein! Ich habe da keine Null zu viel angehängt.
Nun könnte man mich an dieser Stelle ja fragen, "Wenn dich die Périph' so nervt, warum fährst du dann nicht mit dem Zug oder nimmst den Flieger?
Ganz einfach:
Weil alles, aber auch wirklich alles in Frankreich, nur über Paris geht.
Die Autobahnen, mit denen Frankreich (im Vergleich zu Deutschland) wirklich sehr spärlich gesegnet ist, fließen alle sternförmig auf Paris zu. Napoleon Bonaparte sei Dank!
Nur die zwei großen Flughäfen im Norden und Süden von Paris fliegen regelmäßig international und bis ich dort mit Zug und Bus angekommen bin, brauche ich mit anschließendem Flug und Shuttle von Frankfurt nach Darmstadt nochmal drei bis vier Stunden extra.
Ok! Wenn nicht Flugzeug dann der Zug!
Denkste Puppe!
Auch keine Lösung!
Jeder Zug aus dem Umland fährt grundsätzlich erst einmal nach Paris, Stadtmitte.
Dort muss ich dann nicht nur in einen anderen zug umsteigen, sondern zusätzlich von dem einem Bahnhof, mit der Metro, zu einem anderen Bahnhof hetzen.
Selbst wenn Frankreich über Paris zentralisiert ist, die Bahnhöfe der Hauptstadt sind es nicht.
Ein Alptraum!
Also doch wieder Auto!
Erst über die A13, will heißen Autobahn der Normandie, dann Péripherique mit Mörderverkehr und kilometerlangen Staus, dann die A4 Richtung Reims, Metz und schließlich Forbach an der Grenze.

Die einzige Möglichkeit dem "peripheren Wahnsinn" zu entkommen, ist am sehr frühen Morgen, am besten zwischen halb sechs und halb sieben Uhr mit dem Auto um die Periph' herum zu fahren. Da wir 1 1/2 Stunde nordwestlich von Paris wohnen, ist da extrem frühes Aufstehen angesagt.
"Ja was fährst Du denn noch die A4 an Paris vorbei?" schrieb mir eine Freundin ganz überrascht einen Tag vor meiner Abfahrt.

"Wir fahren immer über die A29! Die ist menschenleer und nur ganz unwesentlich länger"
Die A29?!
Ja ist die denn fertig?
Ich muss ja zugeben, dass ich nicht im entferntesten auf die Idee gekommen wäre, erst einmal in den Norden zu fahren, um dann ganz gemütlich gen Osten zu tuckern..
Außerdem bin ich diese Strecke noch nie gefahren.
Was ist wenn ich mich verfahre?
Denn bei aller Liebe zum Autofahren, auf extra Umwege habe ich nun auch keine Lust.
Und was ist, wenn es doch sehr viel länger dauert?
Ich bin allein im Auto und habe niemanden dabei der mich ablösen kann!
Dicke fette zweifel überrollen mich.
"Wenn du Angst vor einem neuen Weg hast, dann packe die Angst in den Rucksack und laufe trotzdem los. Wenn du am ziel angekommen bist und wieder in Deinen Rucksack schaust, wirst du merken, dass die Angst nur eine Seifenblase war."
Dieser dusslige Satz ist von mir und manchmal gehen mir meine schlauen Sprüche ganz schön heftig auf den Keks. Denn wer schlaue Sprüche klopft, sollte mit gutem Beispiel voran gehen.
Ich besorgte mir also eine brandneue Frankreich Straßenkarte, studierte im Internet zur Sicherheit nochmal den Michelin Straßen-Wegweiser und stürzte mich mit Feuereifer (aber einer gehörigen Portion Angst in meinem Rucksack) in das Abenteuer "Neue Route gen Germany"!
Nein in habe kein GPS.
Der funktioniert hier in der Normandie nämlich nur sporadisch.
Da verlasse ich mich lieber auf meine Kartenleskünste.

Und was soll ich Euch sagen?
Ich habe es tatsächlich auf Anhieb geschafft und war begeistert! Und erstaunt! Denn wie unglaublich anstrengend diese Herumfahrerei um Paris wirklich ist, merkt man erst, wenn man es nicht mehr machen muss. Die A29 führte mich durch die Picardie und es gab den ein oder anderen sehr freiwilligen Stop: einfach nur, um die Landschaft genießen zu können. Erstaunlich auch die vielen Windparks die hier oben stehen. Und da dachte ich immer die Franzosen wären von ihren AKW's besessen.
Alles in allem hat mich diese neue Strecke nur schlappe 34 km mehr gekostet.
Völlig entspannt in Deutschland angekommen, habe ich nochmal in meinen "Rucksack" geschaut.
Wer hätte das gedacht?
Der war ganz leer!
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