Freitag, 21. Oktober 2011

Muss das sein? Bilder vom toten Gaddafi zum Frühstück

Als ich heute morgen zu meiner ersten Tasse Kaffee meine virtuellen Zeitschriften aufschlug, blieb mir vor Abscheu der "Türkentrank" im Hals stecken.
Bilder vom erschossen Lybiendiktator hauten mich rücklings von meinem Sitzball und ich klickte schnell auf irgendeinen Link, um die Seite zu wechseln.
"Muss das denn sein?" fragte ich mich entsetzt und atmetet erst einmal tief durch, um mich wieder zu sammeln.
Gut, ich kann verstehen, dass sich die Lybier nach 40 Jahren Unterdrückung die Seele freijubeln müssen und mit allen Mitteln noch eventelle Anhänger davon überzeugen wollen, dass nun endlich Schluss ist mit der Gewalt des Diktators.
Aber muss er deshalb auf den Titelseiten von deutschen, französischen und englischen Zeitungen, Blut überströmt, den Kopfschuss schön deutlich in der Vergrößerung, in aller seiner abstoßenden Grusligkeit gezeigt werden?
Ich finde Nein!
Das geht mir entschieden zu weit.
Ich bin sehr beruhigt, dass ich nicht die Einzige zu sein scheine.
In meinem blauen Scraphaus höre ich nachmittags gerne SWR3 per Internet und erfreue mich normalerweise über Musik, Gute Laune und die Staunachrichten auf deutschen Autobahnen.
Viele Zuhörer riefen im Studio an, um sich über das plakative Darstellen des toten Diktators zu beschweren.
Gut so!
Pressefreiheit hin wie her!
Es gibt Grenzen, die auch Zeitungen nicht überschreiten dürfen.
Und dazu gehören tote Männer mit Kopfschüssen!


Donnerstag, 13. Oktober 2011

Es herrscht (göttliche) Ruhe im Karton.

Vorbei! Passé! Vorüber!
Die deutsch-englisch-französische Großfamilie hat ein Ende !
Kein permanentes Kommen und Gehen mehr !
Keine Computer, Fernseher und Stereoanlagen, die sich gegenseitig zu übertönen versuchen!
Keine zentnerschweren Einkäufe mehr, keine völlig überforderte Waschmaschine und kein Wohnzimmer im permanenten Belagerungszustand.
Keine Küche, die nie lange genug aufgeräumt bleibt, damit frau mal gründlich putzen kann.
Kein Badezimmer, das in Wassemassen ertrinkt, sondern einen Heizwasserboiler, der endlich genug - heißes! - Wasser zum Duschen lässt, so dass frau sich nicht, zwischen zwei noch übrig geblieben, lauwarmen Wasserstrahlen, den Bibs abfrieren muss.
Keine permanent leeren Shampoo- und Conditioner Flaschen und völlig quer gequetschte, über den Rand heraus zugeschmierten Zahnpasta-Tuben mehr.
Keine tonnenweise nassen Handtücher, Klamotten, wild verstreute Baby-Badeartikel und überquellende Windeleimer auf dem Badezimmerboden.
Keine unzählig überall verteilte Schuhe, die nie ihren Platz im dafür eigens gekauften Schrank vom Schweden finden.
Keine Jacken, Pullis, Hemden, Krawatten und Mäntel die sich im - Esszimmer? - über den Stühlen stapeln.
Nach einem zweitägigen, ziemlich chaotischen Auszugmarathon von Kleiner Tochter und ihrer Minifamilie herrscht (göttliche) Ruhe im Karton.

Jetzt gilt es die Kollateralschäden zu beseitigen und unser eigentlich wunderschönes, normannisches Landhaus, wieder in eine stille Oase des Friedens und der Gemütlichkeit zu verwandeln.
Und wer jetzt auf die verrückte Idee kommen sollte, mir sagen zu wollen:
"Du wirst dieses Chaos noch mal vermissen! " dem spring ich an die Gurgel!
Versprochen!

Samstag, 8. Oktober 2011

Amazon's Kindle jetzt auch in Frankreich

Cooooooooooooooooooooooooooool!
Seit gestern  gibt es den Kindle endlich auch bei Amazon.fr
Na, Grosse Tochter wird es freuen. Weihnachten steht vor der Tür und sie liest kitschige Zeitreisenschnulzen genauso  gerne wie ich.


Ist das aufregend!!!!!
Bin ich froh, dass ich in unsere Zeit geboren bin.
So toll das auch ist in den schottischen Castles von vor Schieß-mich-tot,  aber ohne Internet, Fernsehen, und Kindle alles halb so lustig.
Allerdings ist es die Version "99 €" ohne Tastatur und ich befürchte, dass das beim suchen  von Autoren etwas beschwerlicher ist. Also warte ich mal noch ab, ob der mit der Tastatur noch nachkommt, sonst bestelle ich mir den für 119€ in Germany. Da da das Menu aber noch auf englisch ist, und die Franzosen solche politischen Sprachmuffel sind, kann  das noch dauern.
Hach ich bin begeistert!!!!
Habe gerade mein amerikanisches Account per Mausklick auf Amazon.fr gezogen und sehe jetzt was die Bücher in Euro kosten. Muss jetzt gleich mal checken, ob das mit dem surfen immer noch so gut klappt.

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Pont Audemer - (m)eine kleine Stadt in der Normandie

Es ist doch erstaunlich, für was eine kaputte Waschmaschine so alles herhalten muss.
Da dem Ersatzteil seit Wochen nicht bei zu kommen ist, sind wir gezwungen Wäsche-technisch aus zuwandern.
Bonjour la laverie!
Gott Sei Dank gibt es Waschsalons!

Ich habe mich, an dem unerwartet, wunderschönen Sonntagmorgen, mit meinen Wäschebergen ins 5km entfernte Pont Audemer, in den hoch glamourösen, weiß gekachelten und 24 Stunden offenen Waschsalon begeben und da ich keine Lust hatte, ein halbe Stunde untätig herumzusitzen, nutzte ich die Zeit für ein Fotoshooting meiner kleinen normannischen Stadt. Die Stadt war gerade am Aufwachen, die Bäcker schon geöffnet, und so wanderte ich, bewaffnet mit meinem Fotoapparat und einem noch heißen Croissant, vorbei an den Cafés, deren erste Besucher genüsslich ihren französischen Espresso schlürften


Pont Audemer wird auch etwas überschwänglich "Das Venedig der Normandie" genannt. Das ist natürlich  mächtig übertrieben, aber es stimmt, dass die Stadt von Wasser der Risle durchzogen ist. Pont Audemer ist geschichtsträchtig. Etwas das man schnell vergisst, wenn man hier lebt und durch die Straßen hastet, weil man es gerade mal wieder zu eilig hat und wird zum erstenmal 715 von dem Abt de Fontenelle in seinen Chroniquen erwähnt. Wer sich für normannische Geschichte interessiert, der kommt hier auf seine Kosten und kann alles Wissenswerte auf Wikipedia nachlesen.
Die Geschichte von Pont Audemer


Ich jedenfalls wanderte an diesem Licht durchflutenden Sonntag  durch die vielen, mittelalterlich anmutenden Gässchen und Straßen von Pont Audemer, in denen man den azurblauen Himmel nur durch die engen Spalten an den Giebel-enden der Häuser entdecken kann und fragte mich, wie das Leben wohl so war, in dieser kleinen Stadt, vor vielen hundert Jahren.
Pont Audemer ist nicht groß und in einem knapp zweistündigen Rundgang hat man alle "Sehenswürdigkeiten" abgeklappert. Aber die Atmosphäre an diesem Sonntagmorgen hatte etwas beschauliches, friedliches, ja fast von der Welt abgewandtes.
Habt Ihr Lust auf eine "petite promenade" mit mir?
Na dann los! Kommt mit!
Wenn Ihr die Bilder im Großformat anschauen möchtet, einfach auf ein Bild klicken und die Lightbox öffnet sich



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