Weihnachten ist vorbei und es war wunderschön!
Vielen Dank an dieser Stelle an alle für die lieben Wünsche und Grüße.
Auch den obligatorischen Familienstreit haben wir dieses Jahr elegant umschifft.
Nur einen kurzen Moment lang sind meine beiden geliebten, männlichen, schottischen Stinkstiefel aneinander gerasselt, aber ein knallhartes Machtwort meinerseits erstickte den aufkommenden Streit im Keim und so war Harmonie und Frieden angesagt.
Logischerweise wurden die obligatorischen Bilder geschossen....
Bei der Charade hatten die Mädels so diverse Schwierigkeiten....
.... und die Jungs waren logischerweise mal wieder in ihrem Element !
Erst beim Anschauen der Bilder am nächsten Tag wurde mir bewusst was für ein kunterbunter Haufen wir doch sind:
Der Schottengatte ist zur Hälfte Engländer (mütterlicherseits) und wer jetzt denkt, das sei doch das Gleiche begeht schon fast Majestätsbeleidigung.
Meine Wenigkeit ist deutsch...
...Unsere Kinder ergo schottisch-englisch- deutsch mit Anrecht auf die französische Nationalität, weil sie in Frankreich geboren sind.
Der Schwiegersohn in spé ist waschechter Franzose.
Somit wird das Mondscheinbaby ein echtes europäisches Knallbonbon, die in sich, in alphabetischer Rangordnung Deutschland, England, Frankreich und Schottland vereint.
Mittwoch, 28. Dezember 2011
Sonntag, 18. Dezember 2011
Countdown zum obligatorischen Weihnachts-Familienstreit
Warum streiten sich Familien ausgerechnet an Weihnachten ?
Sind Weihnachten und Familie inkompatible Systeme, die sich gegenseitig mit Bugs das Leben zur Hölle machen?
Ist Weihnachten zur „Scripted Reality“ geworden? Also zur Realität nach Drehbuch wie man das in der Fernsehsprache nennt, und die Erwartungen an das Fest der Liebe einfach unerfüllbar hoch gegriffen?
Seit Wochen bombardieren uns Werbung und Kaufhäuser mit heiler Familienwelt, selbstverständlich erkauft mit vielen, vielen teuren Geschenken.
Unsere Wohnungen und Häuser werden mit neuer trendiger, platziert neben der alten, von Oma geerbten Weihnachtsdeko voll gestopft und in den Gärten fressen sich grün-rot-permanent blinkende Lichterketten genüsslich ein dickes Loch in die Stromabrechnung.
Die Städte machen die Nacht zum Tage mit blau weiß funkelnden, von Straße zu Straße gespannten Lichtgirlanden, die das Kind in uns ansprechen und die Sehnsucht nach der Höhle von Ali Baba unter dem Weihnachtsbaum erwecken sollen.
Doch auch wenn es so aussieht, als könnten wir gar nicht mehr anders, als uns dem massiven Druck zu beugen .... nur um im Anschluss, völlig erschöpft und leicht angewidert von dem Festtags-Marathon, der uns von den Medien als Friede-Freude-gigantischer Eierkuchen verkauft wird, herzlich froh zu sein, dass der ganze Spuk am 27. (hier in Frankreich am 26.) endlich vorbei ist ...., ist das, was wir als Weihnachtstress bezeichnen (Geschenke-Wahnsinn, überfüllte Städte und Parkhäuser) nur Äußerlichkeiten und nicht der Auslöser für den allseits beliebten Familienzoff.
'Ich will an Weihnachten nicht mehr in fremden Betten schlafen!' sagt meine BF und drückt damit die Sehnsucht nach der Ruhe und Besinnlichkeit aus, die sie nicht dazu verurteilt, hunderte von Kilometer auf überfüllten Autobahnen in entgegengesetzten Richtungen zurückzulegen, nur damit man verschwiegerte Familien glücklich macht.
Und genau da liegt meines Erachtens die Krux des ganzen Weihnachtsgedöns (O Ton BF).
Nicht Weihnachten und sein Trubel sind das Problem, sondern die Alltäglichkeit unserer Familien.
Definition Alltäglichkeit im Duden: durch nichts Außergewöhnliches gekennzeichnete, übliche, immer wiederkehrende Erscheinung.
Zum Stress des Geschenke kaufens ... habt Ihr gewusst, dass Geschenke kaufen Glückshormone ausschüttet? Theoretisch dürfte man folglich nicht von Stress reden! ...Tannenbaum schmücken, Essen vorbereiten, schleicht sich die Angst vor der tristen Monotonie der jahrelang eingeübten Familiendynamik, auf leise Pfoten in unsere Herzen. Denn eben jene Familie soll jetzt bitteschön, für drei Tage, Oh-Du-Fröhliche, nicht mehr "Alltäglich" sein, sondern muss von jetzt auf Nachher den hohen Ansprüchen der, uns von den Medien eingehämmerten, heilen Welt gerecht werden.
Es ist nicht der hohe Anspruch des perfekten Weihnachten mit Gänsebraten und Rotkraut den wir nicht erfüllen können, sondern wir erliegen dem Irrglauben auf Knopfdruck bitteschön eine perfekte Familie unter dem Christbaum mit geliefert zu bekommen.
Und da wir wissen, dass es das nicht gibt, wird unsere Angst vor dem obligatorischen Hickhack von Jahr zu Jahr größer.
Unsere latent negative Erwartungshaltung, doch bitte, bitte dieses Jahr, alles in Friedlich und ohne Stress begehen zu können, wird im Umkehrschluss zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung und es tritt genau das ein was wir am meisten befürchten: Familienstreit.
Ich freue mich dieses Jahr auf Weihnachten wie ein kleines Kind!
Das war nicht immer so.
Auch bei uns gab es Weihnachten, bei denen ich mich am liebsten auf eine ferne Südseeinsel gebeamt und den Schottengatten mit unseren drei kleinen Kindern, inklusive umfangreichen Zoo, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken zurück gelassen hätte.
Wie verzweifelt ich manchmal war, könnt Ihr hier lesen: Weihnachtschaos
Aber die Kinder sind groß und ich habe gelernt meine verrückte, chaotische, laute, sich streitende, unordentliche, sich am Essenstisch üble Witze erzählende Familie so zu akzeptieren wie sie ist.
Nur weil Weihnachten ist, mutiert sie nicht plötzlich zur Familie Mustermann.
Ich wurde mir bewusst, dass ich wie Don Quichotte gegen Windräder ankämpfte, in dem ich versuchte alles perfekt gestalten zu wollen. Ich beschloss massive Umstrukturierungen einzuführen.
Ich hasse kochen und so gab ich im wahrsten Sinn des Wortes den Löffel an den Rest der Familie ab.
Als ich meine "neue " Akzeptanz- und Umstrukturierungs-Strategie das erste Mal 2010 in die Tat umsetzte, passierte etwas Außergewöhnliches.
Wir hatten ein friedliches und sehr beschauliches Weihnachten.
Ich stellte mit Überraschung fest, dass ich diejenige war, die mit ihrer falschen Vorstellung vom perfekten Weihnachten, der Familiendynamik den fatalen Anstoß gab und sie über den Abgrund in die Zwistigkeiten stürzte.
Nun bin ich seit Anfang des Jahres Großmutter und unsere verrückte Familie um ein weiteres Mitglied gewachsen.
Mein beschauliches und "ruhiges"Weihnachten wird ergo in einem riesengrossen Trubel ertrinken.
Aber das ist nicht schlimm.
Denn ich weiß, bei all dem, dass meine Familie nicht perfekt ist und nicht selig lächelnd unter dem Tannenbaum Weihnachtslieder singt, sondern sich, tobend, laut lachend, rüde anpöbelnd, manchmal motzend, in einem unter Geschenkpapier erstickenden Wohnzimmer wieder findet ...
... wenn es darauf ankommt hält meine Familie wie Pech und Schwefel zusammen und wir sind alle für einander da.
Un pour tous et tous pour Un - Einer für alle und alle für Einen (Die drei Musketiere - Alexandre Dumas)
Und das ist das was zählt.
Ich wünsche Euch allen Ein wunderschönes, nicht perfektes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr!
Pia
Sind Weihnachten und Familie inkompatible Systeme, die sich gegenseitig mit Bugs das Leben zur Hölle machen?
Ist Weihnachten zur „Scripted Reality“ geworden? Also zur Realität nach Drehbuch wie man das in der Fernsehsprache nennt, und die Erwartungen an das Fest der Liebe einfach unerfüllbar hoch gegriffen?
Seit Wochen bombardieren uns Werbung und Kaufhäuser mit heiler Familienwelt, selbstverständlich erkauft mit vielen, vielen teuren Geschenken.
Unsere Wohnungen und Häuser werden mit neuer trendiger, platziert neben der alten, von Oma geerbten Weihnachtsdeko voll gestopft und in den Gärten fressen sich grün-rot-permanent blinkende Lichterketten genüsslich ein dickes Loch in die Stromabrechnung.
Die Städte machen die Nacht zum Tage mit blau weiß funkelnden, von Straße zu Straße gespannten Lichtgirlanden, die das Kind in uns ansprechen und die Sehnsucht nach der Höhle von Ali Baba unter dem Weihnachtsbaum erwecken sollen.
Doch auch wenn es so aussieht, als könnten wir gar nicht mehr anders, als uns dem massiven Druck zu beugen .... nur um im Anschluss, völlig erschöpft und leicht angewidert von dem Festtags-Marathon, der uns von den Medien als Friede-Freude-gigantischer Eierkuchen verkauft wird, herzlich froh zu sein, dass der ganze Spuk am 27. (hier in Frankreich am 26.) endlich vorbei ist ...., ist das, was wir als Weihnachtstress bezeichnen (Geschenke-Wahnsinn, überfüllte Städte und Parkhäuser) nur Äußerlichkeiten und nicht der Auslöser für den allseits beliebten Familienzoff.
'Ich will an Weihnachten nicht mehr in fremden Betten schlafen!' sagt meine BF und drückt damit die Sehnsucht nach der Ruhe und Besinnlichkeit aus, die sie nicht dazu verurteilt, hunderte von Kilometer auf überfüllten Autobahnen in entgegengesetzten Richtungen zurückzulegen, nur damit man verschwiegerte Familien glücklich macht.
Und genau da liegt meines Erachtens die Krux des ganzen Weihnachtsgedöns (O Ton BF).
Nicht Weihnachten und sein Trubel sind das Problem, sondern die Alltäglichkeit unserer Familien.
Definition Alltäglichkeit im Duden: durch nichts Außergewöhnliches gekennzeichnete, übliche, immer wiederkehrende Erscheinung.
Zum Stress des Geschenke kaufens ... habt Ihr gewusst, dass Geschenke kaufen Glückshormone ausschüttet? Theoretisch dürfte man folglich nicht von Stress reden! ...Tannenbaum schmücken, Essen vorbereiten, schleicht sich die Angst vor der tristen Monotonie der jahrelang eingeübten Familiendynamik, auf leise Pfoten in unsere Herzen. Denn eben jene Familie soll jetzt bitteschön, für drei Tage, Oh-Du-Fröhliche, nicht mehr "Alltäglich" sein, sondern muss von jetzt auf Nachher den hohen Ansprüchen der, uns von den Medien eingehämmerten, heilen Welt gerecht werden.
Es ist nicht der hohe Anspruch des perfekten Weihnachten mit Gänsebraten und Rotkraut den wir nicht erfüllen können, sondern wir erliegen dem Irrglauben auf Knopfdruck bitteschön eine perfekte Familie unter dem Christbaum mit geliefert zu bekommen.
Und da wir wissen, dass es das nicht gibt, wird unsere Angst vor dem obligatorischen Hickhack von Jahr zu Jahr größer.
Unsere latent negative Erwartungshaltung, doch bitte, bitte dieses Jahr, alles in Friedlich und ohne Stress begehen zu können, wird im Umkehrschluss zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung und es tritt genau das ein was wir am meisten befürchten: Familienstreit.
Ich freue mich dieses Jahr auf Weihnachten wie ein kleines Kind!
Das war nicht immer so.
Auch bei uns gab es Weihnachten, bei denen ich mich am liebsten auf eine ferne Südseeinsel gebeamt und den Schottengatten mit unseren drei kleinen Kindern, inklusive umfangreichen Zoo, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken zurück gelassen hätte.
Wie verzweifelt ich manchmal war, könnt Ihr hier lesen: Weihnachtschaos
Aber die Kinder sind groß und ich habe gelernt meine verrückte, chaotische, laute, sich streitende, unordentliche, sich am Essenstisch üble Witze erzählende Familie so zu akzeptieren wie sie ist.
Nur weil Weihnachten ist, mutiert sie nicht plötzlich zur Familie Mustermann.
Ich wurde mir bewusst, dass ich wie Don Quichotte gegen Windräder ankämpfte, in dem ich versuchte alles perfekt gestalten zu wollen. Ich beschloss massive Umstrukturierungen einzuführen.
Ich hasse kochen und so gab ich im wahrsten Sinn des Wortes den Löffel an den Rest der Familie ab.
Als ich meine "neue " Akzeptanz- und Umstrukturierungs-Strategie das erste Mal 2010 in die Tat umsetzte, passierte etwas Außergewöhnliches.
Wir hatten ein friedliches und sehr beschauliches Weihnachten.
Ich stellte mit Überraschung fest, dass ich diejenige war, die mit ihrer falschen Vorstellung vom perfekten Weihnachten, der Familiendynamik den fatalen Anstoß gab und sie über den Abgrund in die Zwistigkeiten stürzte.
Nun bin ich seit Anfang des Jahres Großmutter und unsere verrückte Familie um ein weiteres Mitglied gewachsen.
Mein beschauliches und "ruhiges"Weihnachten wird ergo in einem riesengrossen Trubel ertrinken.
Aber das ist nicht schlimm.
Denn ich weiß, bei all dem, dass meine Familie nicht perfekt ist und nicht selig lächelnd unter dem Tannenbaum Weihnachtslieder singt, sondern sich, tobend, laut lachend, rüde anpöbelnd, manchmal motzend, in einem unter Geschenkpapier erstickenden Wohnzimmer wieder findet ...
... wenn es darauf ankommt hält meine Familie wie Pech und Schwefel zusammen und wir sind alle für einander da.
Un pour tous et tous pour Un - Einer für alle und alle für Einen (Die drei Musketiere - Alexandre Dumas)
Und das ist das was zählt.
Ich wünsche Euch allen Ein wunderschönes, nicht perfektes Weihnachtsfest und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr!
Pia
Samstag, 17. Dezember 2011
Hotel Mama!
Also ich kann machen was ich will, aber ich bekomme mich einfach nicht
auf die Winterzeit umgestellt. Heute morgen war ich wieder um Punkt 5
glockenhell wach.
Aber, und das ist ein großes "Aber", ich habe doch glatt mal wieder durch geschlafen.
Somit ist doch alles bestens und ich kann die restlichen Beschwerden der ollen Wechseljahre großzügig ignorieren.
Eigentlich liebe ich dieses extrem frühe Aufstehen.
Habe mir auch glatt meine Lieblingsserie im Internet "reingezogen" und warte nun gaaanz gelassen, bis das Haus mit seinen "Gästen" in sein übliches Chaos erwacht.
Es ist "The Weekend" und Hotel Mama wieder bis unter's Dach ausgebucht.
Das Mondscheinbaby hörte ich auch schon qieken und es wird nicht lange dauern, bis sie im Arm ihrer Mutter die Treppe herunterkommt, um mir mit ihrem Zwei-Zähne-Lächeln die Ärmchen entgegen zu strecken.
Mein Gott!
Ich kann nicht wirklich glauben, dass schon wieder ein Jahr herum ist, und wenn mir jemand zur gleichen Zeit im letzten Jahr prophezeit hätte, dass mich mein neuer Omastatus völlig in den Bann ziehen wird, den hätte ich doch glatt laut schallend ausgelacht.
Ich doch nicht! Bin ich doch eher die Nüchterne, Pragmatische, Vernünftige, alles im voraus Planende und wenig romantisch Angehauchte.
Aber so ist es halt mir der Liebe.
Sie erwischt einen immer dann, wenn frau es am wenigsten erwartet.
Oma werden ist nicht schwer...
Aber, und das ist ein großes "Aber", ich habe doch glatt mal wieder durch geschlafen.
Somit ist doch alles bestens und ich kann die restlichen Beschwerden der ollen Wechseljahre großzügig ignorieren.
Eigentlich liebe ich dieses extrem frühe Aufstehen.Habe mir auch glatt meine Lieblingsserie im Internet "reingezogen" und warte nun gaaanz gelassen, bis das Haus mit seinen "Gästen" in sein übliches Chaos erwacht.
Es ist "The Weekend" und Hotel Mama wieder bis unter's Dach ausgebucht.
Das Mondscheinbaby hörte ich auch schon qieken und es wird nicht lange dauern, bis sie im Arm ihrer Mutter die Treppe herunterkommt, um mir mit ihrem Zwei-Zähne-Lächeln die Ärmchen entgegen zu strecken.
Mein Gott!
Ich kann nicht wirklich glauben, dass schon wieder ein Jahr herum ist, und wenn mir jemand zur gleichen Zeit im letzten Jahr prophezeit hätte, dass mich mein neuer Omastatus völlig in den Bann ziehen wird, den hätte ich doch glatt laut schallend ausgelacht.
Ich doch nicht! Bin ich doch eher die Nüchterne, Pragmatische, Vernünftige, alles im voraus Planende und wenig romantisch Angehauchte.
Aber so ist es halt mir der Liebe.
Sie erwischt einen immer dann, wenn frau es am wenigsten erwartet.
Oma werden ist nicht schwer...
Sonntag, 11. Dezember 2011
Sie steht!
Irgendwie hat es ihr der Tisch im Wohnzimmer angetan.
Er ist von der Sorte grobklotzig rustikal.
Vom Schottengatten selbst gebaut und so schwer, dass man ihn beim Staubsaugen oder beim Wii spielen nur mit purer Muskelkraft zur Seite schieben kann.
Der Rahmen kantig, massiv, das Holz direkt vom Sägewerk.
Unbehandelt und eher dürftig mit Sandpapier geschliffen.
Die vergleichsweise dünne Holzeinlage in der Mitte, im gleichen Florentiner Rot wie die Wohnzimmerwand.
In der Ablage darunter stapeln sich unter anderem der Ikeakatalog, diverse Pferdemagazine, französische Varianten von Schöner Wohnen, ein Trübsal blasender Aschenbecher und ...ich muss es zugeben... Staub.
Meine Mutter findet ihn, also den Tisch ... na sagen wir mal ... gewöhnungsbedürftig.
Typisch Schottengatte eben, sagt sie
Das Mondscheinbaby (11Monate) aber liebt ihn.
Wenn sie sich an dem holzigen Meisterwerk ihres Großvaters hochzieht und mit ihren kleinen, mit Baby-Grübchen eingedellten, dicken Händchen flach auf das Holz schlägt, findet sie das dumpf vibrierende Geräusch das sie dabei hervorruft einfach nur zum Zwei-Zähnchen-zeigen schön und sie strahlt wie ein Honigkuchenpferd.
Aus einem mir unverständlichen Grund ... aber gut, ich bin ja auch kein Baby mehr... findet sie den holzigen Geschmack absolut verführerisch und so lutscht sie immer wieder genüsslich an der Tischkante.
Gestern stand sie wieder an ihrer heiß geliebten Trommel und Geh-hilfe.
Und dann hat sie plötzlich losgelassen.
Sie stand frei und losgelöst wie Major Tom, die Ärmchen zur Seite gestreckt, die Mini-Fersen fest auf dem Boden gedrückt und schaute, verblüfft und leicht wankend, in die Gesichter der um sie herum sitzenden Familienmitglieder.
Wir hielten alle die Luft an und warteten gespannt darauf, dass das Mondscheinbaby jeden Moment auf den mit Pampers gepolsterten Allerwertesten plumpsen würde.
Doch nichts dergleichen geschah.
Sekundenlang wankte sie nach vorne und zurück, während wir den Atem anhielten und wie versteinert auf das Baby starrten. Und erst als sie mit der einen Hand wieder nach der Sicherheit des Tisches griff, brachen wir begeistert in klatschenden, jubelnden Beifall aus.
Das Mondscheinbaby steht!
Er ist von der Sorte grobklotzig rustikal.
Vom Schottengatten selbst gebaut und so schwer, dass man ihn beim Staubsaugen oder beim Wii spielen nur mit purer Muskelkraft zur Seite schieben kann.
Der Rahmen kantig, massiv, das Holz direkt vom Sägewerk.
Unbehandelt und eher dürftig mit Sandpapier geschliffen.
Die vergleichsweise dünne Holzeinlage in der Mitte, im gleichen Florentiner Rot wie die Wohnzimmerwand.
In der Ablage darunter stapeln sich unter anderem der Ikeakatalog, diverse Pferdemagazine, französische Varianten von Schöner Wohnen, ein Trübsal blasender Aschenbecher und ...ich muss es zugeben... Staub.
Meine Mutter findet ihn, also den Tisch ... na sagen wir mal ... gewöhnungsbedürftig.
Typisch Schottengatte eben, sagt sie
Das Mondscheinbaby (11Monate) aber liebt ihn.
Wenn sie sich an dem holzigen Meisterwerk ihres Großvaters hochzieht und mit ihren kleinen, mit Baby-Grübchen eingedellten, dicken Händchen flach auf das Holz schlägt, findet sie das dumpf vibrierende Geräusch das sie dabei hervorruft einfach nur zum Zwei-Zähnchen-zeigen schön und sie strahlt wie ein Honigkuchenpferd.
Aus einem mir unverständlichen Grund ... aber gut, ich bin ja auch kein Baby mehr... findet sie den holzigen Geschmack absolut verführerisch und so lutscht sie immer wieder genüsslich an der Tischkante.
Gestern stand sie wieder an ihrer heiß geliebten Trommel und Geh-hilfe.
Und dann hat sie plötzlich losgelassen.
Sie stand frei und losgelöst wie Major Tom, die Ärmchen zur Seite gestreckt, die Mini-Fersen fest auf dem Boden gedrückt und schaute, verblüfft und leicht wankend, in die Gesichter der um sie herum sitzenden Familienmitglieder.
Wir hielten alle die Luft an und warteten gespannt darauf, dass das Mondscheinbaby jeden Moment auf den mit Pampers gepolsterten Allerwertesten plumpsen würde.
Doch nichts dergleichen geschah.
Sekundenlang wankte sie nach vorne und zurück, während wir den Atem anhielten und wie versteinert auf das Baby starrten. Und erst als sie mit der einen Hand wieder nach der Sicherheit des Tisches griff, brachen wir begeistert in klatschenden, jubelnden Beifall aus.
Das Mondscheinbaby steht!
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