Sonntag, 29. Januar 2012

ICH zum Lehrer geboren? Im LEBEN nicht...

Wie macht Ihr "richtigen" Lehrer das?
Wie motiviert Ihr euch, in einer unmotivierten Klasse, eure Begeisterung für euren Unterricht zu behalten?
Wie schafft Ihr es, nicht völlig den Löffel abzugeben, wenn man euch zum 10 Mal das gleiche fragt?
Oder: wenn angehende Abiturienten ganz offensichtlich nicht in der Lage sind, 9 minus 0.5 im Kopf aus zurechnen?
Wie behaltet Ihr die Ruhe und die Geduld?
Und vor allem: wie schafft Ihr es, nicht schon total missmutig, sondern fröhlich lächelnd das Klassenzimmer zu betreten?
Ich bin eine Hobbylehrerin.
Oder vielleicht sollte ich eher sagen, eine "Sonntags" Lehrerin.
Denn genau wie der Oppa mit der Omma nur am Sonntag mal in sein Auto steigt, um zum Kaffee-trinken in den Odenwald zu fahren, und sich dementsprechend nicht wirklich im Dschungel des Berufsverkehrs auskennt und über dessen Stressfaktor nicht die Bohne mitreden kann, bin ich mit meinen lächerlichen zwei Stunden Scrapbooking pro Woche halt auch kein richtiger Lehrer.
Trotzdem:
So langsam bekomme ich einen Heidenrespekt vor diesem Beruf, und das nicht nur, weil ich ein regelmäßiger Leser von Fräulein Krise bin.
Ich habe selten schlechte Laune.
Und wenn mir die sogenannte Laus schon  mal über die Leber läuft ... habt Ihr Euch mal gefragt woher die Redensart kommt? Wenn ja, die Auflösung gibt es unten ... dann gelingt es mir meistens recht schnell, mich davon zu befreien oder mich irgendwie abzulenken.
Am letzten Donnerstag allerdings, lief mir gleich ein ganze Kolonie der kleinen, biestigen Blutsauger über die Eingeweide und selbst der anschließende Besuch beim Mondscheinbaby brachte kaum Erleichterung.
Was war passiert?
Ich bin jetzt im dritten Jahr als Scrapbooking Lehrer im Zuge der Nachmittagsaktivitäten in einem Gymnasium tätig und habe pro Woche knapp zwei Stunden Unterricht.
Ja ich weiß, der "echte" Lehrer lacht mich an dieser Stelle schallend  aus, aber von Beruf bin ich ja auch eher Animateurin für Erwachsene und umgehe es normalerweise tunlichst, mit Kindern zu arbeiten.
Bis dato hatte ich viel Freude an meinen Ministündleins, aber dieses Mal habe ich einen Jahrgang erwischt, der meine Haare zu Berge stehen lässt und mich daran zweifeln lässt, ob Scrapbooking wirklich eine so grandiose Tätigkeit ist, wie ich es immer behaupte.
Bei 10 Schülern im Unterricht  ...ja, ja lacht nur... dürfte ich nun echt nicht meckern, zudem werde ich wirklich gut bezahlt  - aber Himmel und Herrschaft nochmal:
Warum haben die sich ausgerechnet Scrapbooking ausgesucht, wenn es ihnen so offensichtlich keinen Spaß macht?
Das Angebot für die Nachmittagsaktivitäten in dieser Schule ist extrem breit gefächert, von Kochen, über Reiten bis Yoga ist alles dabei.
Nicht sehr hilfreich ist natürlich, dass ich extremst verwöhnt bin, was die Bewunderung meiner Werke angeht. Während sich meine erwachsenen Schüler angesichts meiner romantischen Scrapbookalben vor Begeisterung fast überschlagen, zucken meine 17-18 jährigen Schüler nicht mal auch nur ansatzweise mit der Wimper.
Ich zeig ihnen das neue Projekt für die nächsten Stunden und was kommt?
Nichts!
Keine Reaktion!
Kein "Oh das ist schön" oder "Das wäre was für meine Mama, Cousine Schwester".
Nichts!
Nada!
Niente!
Rien!
Nur leere Blicke! 
Und mit dem gleichen, fast nicht zu ertragenden Überschwang der Gefühle, gehen sie dann auch an die Stunden ran und hängen wie ein abgestandener Schluck Wasser in der Kurve auf ihren Stühlen.
Mal ganz abgesehen davon, dass sie handwerklich unglaublich inkompetent scheinen ...
Beispiel:
Ich: "Wir falten das 10 auf 10 cm große Blatt Papier in der Diagonale zusammen, so dass ein Dreieck entsteht."
Die Schüler: "He? Wie jetzt, das kapieren wir nicht?" falten das Viereck prompt längst, und wundern sich anschließend über das merkwürdige Dreieck, dass wie ein Rechteck aussieht.
... sind sie auch völlig gehandikapt, was die Vorstellungskraft oder Fantasie betrifft.
Alles, aber auch alles, muss ihnen vorgekaut werden.
Nur wenn es darum geht, einen Arbeitsgang mit so wenig wie möglich Aufwand zu verkürzen, damit sie schneller fertig sind, zeigen sie Initiative.
Gott sei Dank sind bald wieder Ferien!
Und nochmal Gott sei Dank bin ich kein Mathelehrer ... oder noch schlimmer...Huh jetzt wird es ganz gruselig ......Deutschlehrer!
Allein die bloße Vorstellung bringt meine Haut in Federviehstimmung!

Was ist dir für eine Laus über die Leber gelaufen?
die Redewendung hat ihren Ursprung in der Annahme, dass die Leber der Sitz der leidenschaftlichen Empfindungen sei. Ursprünglich hieß es einfach: "es ist ihm etwas über die Leber gelaufen". Die Laus wurde dann als Sinnbild für einen geringfügigen Anlass, eine Nichtigkeit, dazugepackt. Man erkennt dabei auch die Vorliebe des redensartlichen Ausdrucks für den Stabreim.

Donnerstag, 26. Januar 2012

Einfach nur ohne Ende: Französische Familienfeiern

Der normannische Franzose ist traditionsbewusst.
Familienfeste sind ihm heilig.
Onkel, Tante, Cousin und Cousine, Oma, Opa, Urgroßmutter und Freunde sind oft fester Bestandteil dieser Zusammenkommen, und auch die Schwiegerfamilien der einzelnen Familienmitglieder sind nicht selten mit von der Partie.
Man feiert gerne, oft und ausgiebig.
Der Tisch und das Essen spielen dabei die zentrale Rolle.
Für uns Nichtfranzosen bedeutet das im Klartext:
man braucht Ausdauer, Geduld und eine gehörige Portion Sitzfleisch, um so eine Festivität einigermaßen heil zu überstehen.
Vor einigen Jahren wurde der Schottengatte, ich und die Kinder zur Kommunion unseres Nachbarkindes eingeladen, und das was man sonst nur in den Klatschmedien bei den sogenannten Prommis zu lesen bekommt, ereignete sich hier, in unserem kleinen, verträumten Dorf, mitten in der hintersten Normandie, in einem der berühmt-berüchtigten und von den Franzosen allseits beliebten Salle de Fête, riesig große, karg und funktionell eingerichtete Gemeindezentren:
Es wurde gefeiert und gegessen und gefeiert und gegessen!
Drei Tage lang!
Am ersten Abend begann die eigentliche Veranstaltung so gegen 19 Uhr.
Zeit für den Aperitif!
Der ist den Franzosen heilig.
Ohne Appetitsanreger geht gar nichts und es ist durchaus üblich, nur zum Apéro eingeladen zu werden. Man trinkt dann ein bis zwei bis drei Pernots, isst sich satt an den Knabbereien und geht dann wieder nach Hause. Um dort weiter zu essen.
Manchmal ist die Stimmung aber auch so feuchtfröhlich, dass der Hausherr kurzerhand beschließt, den Apéro auszudehnen und dann wird das Abendessen irgendwie gestreckt damit es für alle reicht.
Aber zurück zur Kommunion vom Nachbarkind.
Der Apéro war, wie gesagt, ab 19 Uhr.
Bis alle Gäste eintrudelten, jeder jeden mit zwei, drei oder vier Wangenküsschen, je nach Herkunft, begrüsst hatte, den neuesten Tratsch, Klatsch und Skandal ausgetauscht hatte, gab es die Vorspeise.  Das war so gegen Mitternacht.
Das eigentliche Essen wurde um zwei Uhr morgens gereicht, die Käseplatte um halb vier und der Nachtisch irgendwann morgens um fünf.
Die alte Formel, der Franzose braucht 6 Stunden zum essen: 2 zum diskutieren was er zu essen bekommt, 2 zum diskutieren was er isst und 2 zum diskutieren was er gegessen hat, bewahrheitete sich an diesem Tag, bzw. mitten in der Nacht, in seiner reinsten Form.
Am nächsten Tag, nach nur sehr wenig geschlafenen Stunden im heimischen Bett, versammelten sich dann wieder alle so gegen 14h, um die Reste vom Vorabend zu essen.
Da es Sonntag war - und man ja sonst nichts Besseres zu tun hatte - dauerte auch das wieder seinen üblichen 6 Stunden Rhythmus.
Am dritten Tag, einem Montagmorgen, wurde dann aufgeräumt, und da arbeiten bekanntlich Hunger macht, musste man dann doch schnell noch was essen und warf die Reste der Reste zusammen und setzte sich, der Leser ahnt es schon, wieder an den Tisch.
Ich erinnere mich, als wir am frühen Nachmittag völlig erschöpft nach Hause fuhren, dem Schottengatten mit aller Inbrunst geschworen zu haben - nie wieder auch nur einen einzigen Happen zu essen, denn ich begriff zum ersten Mal in meinem Leben, was die Franzosen meinen, wenn sie von einer crise de foie sprechen.
Die crise de foie - oder auch Leber-Krise - ist eine völlig imaginäre Krankheit, die es nur in Frankreich gibt, bei der man sich allerdings hundsmiserabel fühlt und schlicht und ergreifend auf das Zuviel von  Alkohol, Stopfleberpastete, sahnig cremige Schokoladentorten, trou normand ( Eis mit Calvados) und normannischen Käse zurückzuführen ist.

Somit ist es leicht verständlich, dass ich, als wir letzten Sonntag von der Schwiegermutter von Kleiner Tochter zum Mittagessen eingeladen wurden, um den 1-jährigen Geburtstag des gemeinsamen Enkelkindes zu feiern, ich, nach all den Weihnachts- und Silvesterfeiern, nicht wirklich begeistert war.
Denn auch hier bewährte sich die 6 Stunden-Formel aufs Allerfeinste.
Der Apéro, Whiskey und Martini, erstreckte sich, mit Begrüßung aller, erwartungsgemäß bis auf nachmittags halb drei. Die Vorspeise mit Weißwein und den eigentlichen Hauptgang begleitet von Beaujolais, gab es in überraschend schneller Folge so gegen vier. Als ich um fünf die Käseplatte, inklusive eines dunkelrot leuchtenden, schweren Bordeaux, dankend mit einem höflichen Non Merci ablehnte, schaute man mich leicht verwundert an.
Die merkwürdigen Deutschen eben!
Meine Begründung, dass ich es dann doch etwas zu spät für Käse finde, wurde mit einem toleranten, unverständlichen Kopfschütteln akzeptiert.
Nach dem Nachtisch, Sahnetorte mit Champagner, 18Uhr,  fragte der Schwiegervater fröhlich und mit sich erwartungsvoll reibenden Händen, was es denn zum Abendessen gäbe.
Erschrocken griff ich nach meiner Handtasche und trieb, mit einem völlig erschöpften Mondscheinbaby auf dem Arm, panikartig zum Aufbruch.
Auf der Rückfahrt in unseres, etwa eine Stunde entfernte normannische Dorf, schliefen die jungen Leute abgekämpft auf der Rückbank und auf dem Beifahrersitz.
Und mit tat der Popo weh!
Und ich war heilfroh, dass ich mich bereit erklärt hatte, das Autofahren zu übernehem und somit eine grandiose Ausrede hatte, um dem Alkohol abstinent zu bleiben.
Denn somit blieb mir die berühmt berüchtigte crise de foie erspart.

Dienstag, 24. Januar 2012

Einfach nur wunderschön: Die Normandie im Film

Holt Euch eine Tasse Kaffee und genießt die Bilder
Wer sich diesen Film anschaut, versteht warum meine Seele hier Wurzeln geschlagen hat.

Sonntag, 22. Januar 2012

Einfach nur zum entzwiebeln! Winter in der Normandie

Gestern stand in unserer Lokalzeitung L'Eveil: der wärmste Januar seit 60 Jahren!
In den letzten Wochen mutiere ich zum Zwiebelmeister.
Und nicht nur ich weiß bald nicht mehr wie ich mich anziehen soll, bin ich mittlerweile der stolze Besitzer von 10 verschieden dicken Strickjacken, die ich je nach Bedarf an- aus- und überziehen kann.
Nein!
Auch bei unseren Pferden wird es jeden Abend zur Gewissensfrage, ob ich ihnen ihren "Pferdepyjama" anziehen soll oder nicht, ob ich sie morgens mit oder ohne Regenmantel auf die Weide schicken kann, oder ob ich sie überhaupt ganz draußen lassen kann.
Vivement le printemps!
Hoch lebe der Frühling!
Ich kann es kaum noch abwarten!

Freitag, 20. Januar 2012

Einfach nur gemein!

Heute geht es mir gut!
So richtig gut!
Und das obwohl ich seit heute morgen um sechs auf den Beinen bin.
Leider verdanke ich das einer Erkenntnis, an der ich noch zu knabbern habe!
Ich rauche (schon lange) nicht mehr, und Nahrung habe ich auch umgestellt.
Ich verzichte so gut es eben geht auf Kaffee, Schokolade, Cola und Co, und rinne sogar langsam dem schnöden Wasser einen wohlschmeckenden Geschmack ab.
Ich lasse Chips und Kekse im Schrank vertrocknen, Butter wurde durch Erdnussbutter ersetzt und Zucker durch Stevia.
Ich trinke grünen Tee, koche Reis und Nudeln vor, Vollkorn wohlgemerkt, lasse sie erkalten, damit die darin enthaltene Stärke besser verdaulich wird und den Insulinspiegel nicht so in der Höhe treibt.
Ich lasse zwischen jeder Mahlzeit, so gut es eben geht, 5 Stunden vergehen, damit die Bauchspeicheldrüse zur Ruhe und die Fettverbrennung in den Gang kommt.
Abends gibt es nur noch Leichtes und Gesundes. Bloß keine Kohlehydrate!
Und seit Weihnachten und meiner fiesen Erkältung habe nicht einen einzigen Tropfen Alkohol angerührt.
Bis auf vorvorgestern Abend.
Und das ist der Moment, wo es gemein wird.
Ein merkwürdiges Gespräch mit Kleiner Tochter hat mich auf eine Fährte gebracht, die ich für mich einfach mal abchecken  musste.
Nach der sehr feuchtfröhlichen Silvester Nacht kam  Kleine Tochter am nächsten Morgen nach Hause und beschwerte sich, dass ihr sämtliche Gelenke, von den Fingern bis in die Knie, ganz fürchterlich weh tun und sie sagte etwas befremdliches: "Jedes mal wenn ich ein bisschen zu viel Alk trinke, tun mir am nächsten Tag alle Knochen weh!"
'Oh jeh', dachte ich
Ich trinke doch sooo gerne mein Gläschen eisgekühlten Weißwein am Abend.
"Zum runter kommen" und "zum Entspannen"!
Ich bin aber auch seit Jahren am Jammern, dass mir morgens alles wehtut.
In den letzten Monaten wurde meine "Sehnenscheidenentzündung" in den Ellenbogen so schlimm, dass ich abends, wie ein alte Omma, nur noch mit der Wärmflasche vor dem  Fernseher saß.
Während meiner Erkältung habe ich zwar abends nichts getrunken, da mir da aber sowieso alles weh tat, musste ich mein Experiment etwas verschieben und warten bis ich wieder gesund war.
Somit habe ich bis vor ein paar Tagen völlig auf Alkohol verzichtet und.......ja.......... der Leser ahnt es schon............Meine Sehnenscheidenentzündung ist verschwunden und auch meine Finger und Hände fliegen, wenn es nicht gerade irre kalt ist, über die Computertastatur.
Sogar meine  Knie meckern nicht mehr so olle doll, wenn ich die Treppen hinauf jogge.
Das glaube ich jetzt nicht!, dachte ich, stellte die Probe aufs Exempel und trank vor ein  paar Tagen wieder mein Glas eiskalten, wohlgemerkt leichten, Weißwein am Abend.
Das Ergebnis war niederschmetternd!
Nicht nur, dass ich am Morgen wieder jeder einzelnen Knochen meines Skelettes spürte.
Nein! Auch die Nacht war zum Kotzen, weil neben auffällig intensiven Hitzewallungen (die Wechseljahre lassen grüßen) auch meine Augen mehrmals in der Nacht mit Tropfen "gefüttert" werden  mussten, weil sie wieder so schmerzhaft trocken waren, dass ich davon aufwachte.

Ach es ist so gemein!!!!!!!!!
Da wird frau nicht nur alt und faltig, sondern die kleinen Freuden des Lebens darf sie jetzt auch nicht mehr!!!

Buhhuuhhhuuhuuhuhuuuuuuuuuuuuuu.......................

Mittwoch, 18. Januar 2012

Mein Hobby-Beruf im Film

Ach ja - genauso habe ich auch mal angefangen! Viele Jahre ist es her....
Wer hätte gedacht, dass ich daraus (m)einen (Traum-)Beruf machen würde...

Dienstag, 10. Januar 2012

Einkaufen via McDrive - Einfach nur genial

Die große französische Supermarktkette Intermarché macht es möglich und katapultiert unser verschlafenes normannisches Städtchen Pont Audemer in die moderne Zeit.
Als wir vor vielen Jahren - lange lange ist es her - von Paris in die Normandie zogen, war meine Mutter irritiert. Als wir uns dann noch Hühner, Kaninchen und Pferde zulegten, war sie nicht mehr nur irritiert, sondern hochgradig besorgt:
'Ach Kind!' sagte sie  'Du verkommst ja richtig zur Bäuerin!'
Jetzt ist es nicht so, dass meine Mutter was gegen Bauern hat. Aber für ihre Tochter, die sich jahrelang an der Gutenberg Universität in Mainz die Paragraphen der deutschen Rechtswissenschaften um die Ohren schlug, hatte sie sich doch etwas "Besseres" gewünscht.
Dass ihre Tochter den elitären Freundeskreis  mit Freude aufgab, um von der hektischen französischen Hauptstadt aufs gemütliche normannische (Hinter-)Land zu ziehen, hat sie nie so ganz nachvollziehen können.
'Nun, zur Bäuerin bin ich nicht geworden, schließlich habe ich keine Kühe und Schweine!' dachte ich gestern, während ich in schwindelerregender Höhe auf unserem Scheunendach herumkraxelte, um die Dachziegeln, die uns Wintersturm Andrea freundlicherweise auf den Boden gewedelt hat, wieder in die richtige Position zu bringen, aber zur Landfrau mit Leib und Seele.
Unseren Traktor fahre ich wie andere ihren R5 und wenn Not am Mann ist, dann repariere ich mal eben schnell eine Heizung, einen von Nachbars Kühen zerfetzten Zaun oder aber wie gestern eben das Scheunendach.
Ich habe einen" Ich-muss-mal-kurz-die-Welt-retten-Mann", einen 100%en Workaholic, der mit seinen 61 Jahren ein Tempo vorlegt, bei dem manch einer seiner wesentlich jüngeren Kollegen die Puste ausgeht, und der so gut wie nie zuhause ist.
Ich gehöre ergo zu der Spezies von Frau, die sich als verheiratet aber single bezeichnet und da muss Frau eben tun, was Frau eben so tun muss, wenn Not am Mann ist.
Das heißt aber nicht, das es da nicht die ein oder andere Tätigkeit gibt, die mir gehörig auf den Zeiger geht. Landfrau hin, wie Landfrau her!
Kochen, Bügeln und Einkaufen stehen dabei an oberster Stelle.
Nun, das mit dem Kochen ist mittlerweile geregelt, denn:
"Heute bleibt die Küche kalt, denn endlich sind die Kinder alt" - alt genug, um selber den Kochlöffel zu schwingen.
Und seitdem ich meine Wäsche nach dem waschen in der Maschine 10 Minuten in den Trockner schmeiße, um sie dann anschließend dampfend heiß auf dem Wäscheständer aufzuhängen, verstaubt mein Bügeleisen friedlich schlafend in der Ecke, denn nach dem Trocknen ist alles so glatt, dass ich es nur noch zusammen legen muss.
Und dank INTERMARCHE  geht es jetzt sogar dem Einkaufen an den Kragen.
Einkaufen ist bei Großfamilien wie der unseren ( 6 Erwachsene, 1 Baby, 3 Katzen, 2 Hunde) eine echte Herausforderung.
Man betrachte dabei als Beispiel nur mal den Weg einer 1.3kg schweren Hundefutterdose:
Vom Regal im Laden wird sie von meiner Wenigkeit in den Einkaufskorb gehoben. Von dort auf das Kassenband, vom Kassenband wieder in den Korb, vom Korb ins Auto, vom Auto in die Küche, von der Einkaufstüte ins Regal.
Bei sieben Dosen pro Woche macht das circa 10 Kilo, die ich an einem einzigen (Einkaufs-)Tag hin und herwuchte. Jetzt kommen noch literweise Milch, Wasser und Sonstiges dazu.
Alles wird von mir brav 6x gehoben und gewuchtet, bevor es in meinem Schrank in der Küche steht.
Und jetzt kommt der McDrive vom Intermarché in Spiel
Für mich neben Computer, Email, Amazon und Kindle die Erfindung des Jahrzehnts.
Seit ein paar Monaten steht der Abholservice LeDrive vom Intermarché für seine Kunden bereit und ich habe es gestern ausprobiert.
Mein Fazit: GENIAL!
Nicht nur, dass ich in aller Ruhe morgens beim Kaffe meine Produkte per Internet aussuchen kann, (die übrigens die gleichen sind wie im Laden, zum gleichen Preis) ...
Nein, ich kann auch noch gleich vor Ort, also in meiner Küche, checken, ob mir sonst noch was fehlt.
Brauche ich Cornflakes?
Ein Blick in den Küchenschrank zeigt mir, dass noch genug Pakete da sind.
Wie sieht es aus mit Brot?
Mir fehlt Brioche fürs Frühstück - also ran an den Computer und das Produkt angeklickt.
Ach ja und die Hunde-leckerlies sind auch alle.
Ich time das Abholen meiner Einkäufe so, dass ich sie am gleichen Tag zeitgleich mit meinem Sohn abhole. Bezahle vor Ort mit Kreditkarte und während ich die wieder in meinem Portemonnaie verstaue, steht eine junge Frau mit einer grauen Rollkiste nur wenig Meter weiter bereit. Sie öffnet die Heckklappe schon während ich aussteige und lädt all die netten "Kleinigkeiten" die meiner chronischen Sehnenscheidentzündung in den Armen das Leben schwer machen (also Hundosen, Milch, Wasser und Co) in den Kofferraum.
Noch bevor ich Luft holen kann und mich freudestrahlend bei der netten jungen Frau bedanken kann, ist mein Einkauf fertig, ich unterschreibe und sitze wieder in meinem Auto!
Wieder zuhause habe ich meine olle Hundefutterdose nur exakt 2x mal angefasst.
Vom Kofferaum in die Küche und von der Einkaufstüte ins Regal!
Und das alles ohne Aufpreis!
GENIAL! Ja ich weiß, ich wiederhole mich....
Das mache ich nächste Woche wieder!
Hoch lebe die moderne Landfrau!!!

Sonntag, 8. Januar 2012

Krank-Sein hat so seine Vorteile ...

Selten hat mich eine Erkältung so ausgebremst wie dieses Mal.
'Na das Neue Jahr fängt gut an' denke ich während ich mich am 1. Januar, morgens um 5h ins Zimmer von Kleiner Tochter schleppe, um ein weinendes Mondscheinkind aus den Fängen der dunklen Nacht zu befreien.
Nachdem ich mit Baby auf der Hüfte - erstaunlich wie schnell frau wieder in alte Gewohnheiten fällt - durch das totenstille Haus nach unten tapse, begleitet von verschlafenen Hunden, die sich wundern was zum Teufel ich so früh schon in der Küche will, und die Milch in der Mikrowelle in Sekunden auf der richtigen Temperatur habe - hoch lebe der moderne Fortschritt - begeben wir uns, also Enkeltochter und ich, wieder ins noch warme Bett.
Ich bin heilfroh am Abend zuvor um 10 Uhr ins Bett gehen gedurft zu haben, denn alle feierten - und schliefen - außer Haus und so konnte ich Silvester einfach mal ausfallen lassen.
Was für eine Wohltat!
In den darauf folgenden Tagen habe ich das Gefühl von einem Lastwagen, randvoll gefüllt mit grippalen Infekt Paketen, seitlich überrollt zu werden
Eigentlich hätte ich ins Bett gemusst.
Nur langweile ich mich dort  zu Tode -  und so sitze ich statt dessen, dick eingemummelt in meinem Scraphaus und mache dort im Zeitlupentempo all das, was ich sonst so vor mir herschiebe: Papier aussortieren, Anleitung neu konzipieren, Kurse vorbereiten, Internetboutique anleiern....
Gestern morgen war wieder Luft in der Lunge, der perverse Druck in den Nasen-Nebenhöhlen lässt nach und der olle LKW verteilt sein Ladung endlich woanders.
Die stellvertretende Direktorin an der Schule an der ich unterrichte, kam stahlend lachend auf mich zu und wünschte mir ein Frohes Neues Jahr und "vorallem" so sagt sie "ganz viel Gesundheit"
Au jaaaaaaaaaaaaaaa!
Bitte davon gleich eine ganze Wagenladung voll.

Neues Album in meinem Online-Shop:


Kranksein hat manchmal auch was Gutes, denn so konnte ich mich mal intensiver mit dem Online verkaufen auseinander setzen. Ich "laufe" diesbezüglich noch in "Kinderschuhen" aber die ersten Kunden haben schon gekauft und das macht mich natürlich richtig stolz.
Wer Lust hat mal "bei mir im Laden" vorbei zu schauen - einfach mit der Maus aufs Bild klicken
oder aber auch hier: La Maison Bleu de Scrapia
Im Laufe der nächsten Wochen werden sich die "Regale" füllen.
Neben meinen Minialben werde ich auch Scrapbooking Tutoriels (Anleitungen) in zwei Sprachen, also Deutsch und Französisch, anbieten.
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