Mittwoch, 23. Juni 2010

Wenn der Pariser nicht aufs Land fahren kann, dann kommt das Land halt eben nach Paris

Jeder Pariser Stadtbewohner, der was auf sich hält, ist spätestens am Freitagabend um 17°° auf einer der  Autobahnen, die sich sternenförmig um  „La Capitale“, der Hauptstadt erstrecken.
Es gehört zum guten Ton und ist fester Bestandteil der französischen Kultur, einen Kurzurlaub „à la campagne“ zu verbringen und die Verwandtschaft oder Freunde mit einem Besuch zu beglücken.
Die verstopften Autobahnen an schönen, sonnigen Wochenenden sind legendär.
Dramatisch wird es, wenn Brückentage dazukommen.
Schon Tage vorher warnt der französische Verkehrsfunk vor den Hauptstoßzeiten.
Auf der Péripherique, die vierspurige Stadtumgehungsstraße und den französischen „Autoroutes“ geht es dann meist nur im Schneckentempo vorwärts und manchmal hören wir das Rauschen der überfüllten normannischen Autobahn bis in unser 5 km entferntes Dorf.
Wer nun aber keine Oma und Opa, Tante und Onkel in der Normandie hat und vielleicht auch sonst nicht mit dem nötigen Kleingeld gesegnet ist, sich mit Kind und Kegel in einer „Auberge“ einzumieten, der ist dazu verdammt das Wochenende in der Stadt zu verbringen.
Um diesen Menschen die „campagne“ also das Land, ein wenig näher zu bringen, haben sich die französischen Bauern Ende Mai 2010 etwas einfallen lassen: sie haben die Champs Elysee, sonst hoffnungslos überflutet vom nicht enden wollenden Verkehr, in einen blühenden Garten verwandelt.
Ein Wochenende lang war die berühmte Prachtstraße von Paris, die mit ihren Cafés und Boutiquen nicht urbaner sein könnte, eine grüne Insel in der Insel von Frankreich (Isle de France = das Departement in und um Paris)
Die ganz Maßnahme hatte einen durchaus ernsten Hintergrund: französische Landwirte wollen auf ihren Berufstand aufmerksam machen und karrten 700 Bäume, 150.000 Pflanzen, 1000 Tonnen von Erde inklusive Pferde, Schweine, Kühe und Schafe in die Hauptstadt.
Sie wollten die Menschen daran erinnern, dass wir alle auf die Erträge der Natur angewiesen sind und ihre Aktion ist eine Art grüner Protest gegen steigende Kosten und fallenden Ertragsgewinn.




Ein kleines Filmchen dazu?



Lust zum mitsingen?

Je m'baladais sur l'avenue
Le coeur ouvert à l'inconnu
J'avais envie de dire bonjour
À n'importe qui
N'importe qui ce fut toi
Je t'ai dit n'importe quoi
Il suffisait de te parler
Pour t'apprivoiser


Aux Champs-Élysées
Aux Champs-Élysées
Au soleil, sous la pluie
À midi ou à minuit
Il y a tout ce que vous voulez
Aux Champs-Élysées

1 Kommentar:

Angelika hat gesagt…

Wow......das klingt nach jeder Menge Spaß! So was ist eine tolle Idee.

Liebe Grüße
Angelika

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