Dienstag, 9. Juli 2013

Paris im August: Eine romantische Spielwiese für internationale Besucher

Ich lebe seit nunmehr 30 Jahren in Frankreich und werde oft gefragt:
Wann ist die beste Zeit, Paris zu besuchen?
Meine Antwort: Jeder Zeit, aber ganz besonders im August.
Paris ist zweifelsfrei einer der atemberaubendsten Städte dieser Welt und das Flair der Hauptstadt wird in jeder Jahreszeit von den verschiedensten saisonalen Merkmalen geprägt und unterstützt.
Angefangen bei der an Weihnachten von tausend Lichterketten erleuchteten Champs Elysée über die im Frühling erwachenden Bäumen in den Gärten der Tuillerien vor dem Louvre, bis hin zu der im gleißenden Sommerlicht noch weißer erscheinenden Basilique du Sacré Coeur ...
Paris ist immer eine Reise wert.
Im August allerdings befindet sich die Stadt in einer Art Ausnahmezustand und wird zu einer touristischen Multi-Kulti Metropole par excellence.
70 Prozent der Franzosen packen ihre Koffer pünktlich Anfang August und die Stadt des Lichts mutiert, sehr zum Entzücken der Daheimgebliebenen, zu einer Art Provinzkaff.
Selbst die Aussicht auf 800km Stau, besonders an den berühmt berüchtigten schwarzen Samstagen und roten Sonntagen, halten die Hauptstädtler nicht davon ab, einer rituellen Völkerwanderung gleich, wie Lemminge ihre Wohnungen und Häuser in Paris zu verlassen und sich an den nahen und fernen Küsten, vom Ärmelkanal über die Atlantikküste bis hinunter zum Mittelmeer zu verteilen. Sämtliche Bemühungen der Regierung, die Autobahnen zum Zeitpunkt des Reisebeginn durch Staffelung der Ferienzeiten nach Regionen zu entlasten, schlagen regelmäßig fehl.
So präsentiert sich das "verlassene" Paris dreißig Tage im Jahr, befreit von der Hektik des alltäglichen Verkehrs, in einer entspannten, ja fast ausgelassenen Stimmung, die Touristen wie Daheimgebliebene gleichermaßen entzückt. Kaum Verkehr am Morgen, das alltägliche ungeduldige Hupkonzert auf ein Minimum  beschränkt, die Périphérique zu jeder Tageszeit zügig befahrbar, der unbezahlbare Luxus eines Parkplatzes direkt vor der Haustür.
Einen Monat lang lebt Paris im Rhythmus eines Sonntagmorgens. Parkanlagen und Gärten beatmen die stillen Strassen mit aromatisch feuchter Luft.


Der Enthusiasmus der internationalen Besucher ist ansteckend und selbst der sonst eher humorlose und manchmal unfreundlich wirkende Franzose begrüsst dieses Phänomen und wirkt aufgeschlossener als sonst. Fahrräder und Rollerblades, die sonst im Keller vor sich hinstauben kommen jetzt zum Einsatz. Zwar sind die Metros ähnlich überfüllt wie sonst auch, aber die gestressten Pendler werden von Gruppen fröhlich schwatzender Touristen ersetzt.
Zugegeben: die Atmosphäre ist weniger typisch "pariserisch" und einige Bäckereien und Restaurants sind geschlossen, aber die vielen freien Events von Freiluft-Kinos, Gratis Konzerten und dem mittlerweile berühmten Paris-Plage, dem aufgeschütteten Sandstrand am Seine-Ufer, geben der Stadt die Illusion, man befände sich in einem renommierten Seebad.





Wer jetzt Lust auf einen August-Abstecher nach Paris bekommen hat, sollte schnell Zug oder Flug buchen. 
Eine große Auswahl an Hotels bietet unter anderem  

Weitere nützliche Links: 



Paris Plages 2012 en panoramique par mairiedeparis

Das könnte Euch auch noch interessieren:
Etretat, Normandie


Kommentare:

danamas world hat gesagt…

Ich bin gerade ganz zufällig auf deinen Blog gestoßen und bin begeistert! Wir haben uns letztes Jahr ein Haus in der Normandie gekauft und sind wie du dir denken kannst, auch große Frankreichliebhaber. Der Traum von der Auswanderung lebt in uns wird aber wohl noch bis zum Rentenalter warten müssen :-). Ich werde dir auf jeden Fall folgen und bin gespannt auf viele interessante Posts!
Liebe Grüße,
Dani

danamas world hat gesagt…

Da bin ich nochmal, unser Häuschen ist auf dem Cotentin und ja, es ist das Haus auf dem Bild (und auf tausend anderen Bildern :-)). Ich bin ab Anfang August für fast 6 Wochen dort, vielleicht könnten wir uns tatsächlich mal auf einen Kaffee treffen wenn euer Domizil nicht zu weit weg ist?
Liebe Grüße,
Dani

Sebastian Grund hat gesagt…

Das muss eine tolle Zeit sein. Aber wohin fahren die Pariser jährlich? Die Reichen werden wohl hier nächtigen, aber der Rest? Da frage ich mich wirklich, was die Lieblingsziele der Pariser sind :-)

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Kommentare salzen meine Bloggersuppe ...

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