Samstag, 31. Mai 2014

Eine Mai-Hochzeit in der Normandie

Eine Hochzeit im Wonnemonat Mai.

Der Traum aller Bräute und Weddingplaner.

Dazu braucht es:

Eine Traumlocation mit romantischem Garten, mit blühenden Bäumen und nach Jasmin duftenden Sträuchern.

Warme, goldene Sonnenstrahlen, die kerzengerade aufgerichtete Lupinen in allen Farbvarianten küssen und sich wie ein goldener Glorienschein um die glänzenden Haare der Braut legen.

Fluffig weiße Wolken an einem azurblauen Himmel, die sich im Wasser des nahe gelegenen Sees wieder spiegeln und den Hintergrund zu perfekten Hochzeitsfotos bilden.

Oh jeh!




Wer als Weddingplaner - egal ob professionell oder en famille - in der Normandie mit idealen Wetterbedingungen zu  einer Hochzeit oder sonst wichtigem Event rechnet, kann auch gleich russisches Roulette spielen.

Der Mensch denkt und die Normandie lenkt.

Sie ist berühmt berüchtigt für ihren vielen Regen.

Die dunklen Wolken am Westhimmel Richtung Ärmelkanal verhießen nichts Gutes als Kleine Tochter an dem lang ersehnten, und seit einem Jahr bis zum Davonlaufen diskutierten, organisierten und bis ins kleinste Detail geplante Maiwochenende mit dem Schottengatten  in die alte Citroën mit Chauffeur einstieg.






Noch während ich die Haustür hinter mir abschloss und mich beeilte in meinem sommerlichen Kleidchen noch trockenen Fusses in die mit rosa Schleifchen geschmückte Kangoo zu springen, fielen die ersten schweren Tropfen.

Auf dem Weg nach Pont Audemer öffnete der Himmel seine Schleusen und der Regen prasselte so dick und fett auf die Windschutzscheibe, dass die Scheibenwischer den Dienst versagten und ich mit knapp 50km/h die Departementale entlang kroch.

Um mich herum herrschte Weltuntergangsstimmung.



Das kann ja heiter werden, dachte ich.

Aber wir "Normannen" sind hart im Nehmen und nach 25 Jahren in diesem Landstrich überrascht mich nichts mehr wirklich.


Vor knapp 30 Jahren habe ich in eben solchen Wetterverhältnissen den Schottengatten geheiratet und sah den Regen eher als glückliches Ehe-Omen.



So sehr wie es in diesem Moment aber regnete, müsste die zukünftige Ehe theoretisch bis in alle Ewigkeit und darüber hinaus halten.

Dementsprechend war ich heilfroh, dass wir in weiser Voraussicht eine Location gebucht hatten, die sich als ideal für normannische Sturmfluten herausstellen sollte:
Au Jardin d'Eden, der Garten Eden.

Das normannische Haus mit seinem weitläufigen Wintergarten, befindet sich auf einer Halbinsel in einem 30 Hektar großen Seegebiet im Tal der Risle, nur wenige Kilometer von Pont Audemer entfernt.

Dieses paradiesisch anmutende Fleckchen Erde macht seinem Namen alle Ehre.

Manchmal befindet sich das Gute wirklich unglaublich nah.




Gleichgültig wie mies gelaunt der normannische Wettergott auch sein mag, in dieser Location feiert es sich geschützt vor Wind und Wetter und man hat das Gefühl, mitten in einem gigantisch großen Park im Freien zu sitzen.









Wir sollten Glück haben. Petrus hatte Mitleid mit uns.

In Pont Audemer angekommen, riss die dunkelgraue Wolkendecke wie von Zauberhand auf.

Mit einem Stoßgebet in Richtung Himmel, der mir nun ersparte wie ein nasser Pudel im Rathaus einzulaufen, stellte ich mein Auto auf den Parklatz hinter der Mairie und ein ungeduldig wartender, zukünftiger Schwiegersohn half mir galant aus dem Auto.

Und unser Wetterglück hielt an.

Als wir aus dem Rathaus kamen, kannte die Sonne kein Halten mehr und bescherte uns eben jene oben beschriebene sonnengeküsste Traumhochzeit.

Es folgte ein Nachmittag und ein Abend, gefüllt mit Emotionen und Eindrücken die uns ein Leben lang in Erinnerung bleiben werden.

Was gibt es Schöneres für Eltern als ihre Kinder so glücklich zu sehen?










Kommentare:

SallyB. hat gesagt…

ein schönes Gruppenfoto, so von oben

Diana hat gesagt…

Ach wie schön (seufz). Dann weiß ich ja auch, was du die letzten Monate so getrieben hast ;-)
Danke für die schönen Fotos

Bille hat gesagt…

Wunderschön! So muss eine Hochzeit aussehen!

danamas world hat gesagt…

Schön, endlich mal wieder von dir zu hören, äh, lesen und dann noch mit solch schönen Bildern einer wahren Traumhochzeit! Am Freitag geht es für mich auch endlich wieder in die Normandie, pünktlich zum großen D-Day Event (kannst du es noch hören? Ist ja ein ganz schöner Hype).
liebe Grüße, Dani

Caroline hat gesagt…

Du musst ja platzen vor Stolz... :-)
Wunderschön!

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Kommentare salzen meine Bloggersuppe ...

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